MBA – und wann Du davon profitierst

Der lange Weg in die Gewinnzone” titlete die F.A.Z am Wochenende in Ihrer Ausgabe.  Schon alleine die Headline offenbart, daß es sich bei einem MBA-Studium

1. um ein längerfristiges berufsbegleitendes Studium handelt und

2. dieses wie jede Investition zunächt mit Kosten verbunden ist.

Die entscheidenden Fragen für MBA-Aspiranten sind demnach:

Ab wann kann derjenige, der sich für einen MBA entschieden hat, mit einem “Return on Investment” (ROI) rechnen? Wie schlägt sich der MAB-Abschluss im künftigen Gehalt wieder?

Die Fakten:

In der Regel dauert der MBA 1 bis 2 Jahre, kann berufsbegleitend oder Vollzeit absolviert werden, Fachkräfte sollen zu Führungskräften ausgebildet werden und Spezialisten erhalten eine Art Gerneral-Overview. Für gestandene Manager besteht ferner die Option eines Executive MBA.

Bezüglich der finanziellen Aufwendungen sind beispielsweise an der bekannten Mannheim Business School folgende Kosten einzukalkulieren: “29.000 Euro kostet dort die Teilnahme am zwölfmonatigen Vollzeit-Programm.” In den USA kann die Summe auf 44.000 Dollar steigen, entscheidet man sich etwa für die renommierte Harvard Business School und in Spanien sind es sogar 68.000 Euro, die man für einen MBA an der “Managerschmiede” IESE Business School – University of Navarra investieren muß.

Am Beispiel von Kathleen Fitzgerald, Dozentin in Rechnungslegung an der University of Chicago, zeigt der Artikel erste Zahlen auf, wie sich (k)ein MBA-Abschluss auf das Gehalt auswirken kann.

“Mit der Sorgfalt einer Buchhalterin weist Kathleen Fitzgerald darauf hin, dass stets Vorsicht geboten ist, wenn Erfahrungswerte aus der Vergangenheit auf die Zukunft projiziert werden– setzt dann aber für ihre eigene Beispielrechnung optimistisch einen jährlichen Gehaltszuwachs von 5 Prozent für Beschäftigte mit den drei Großbuchstaben auf der Visitenkarte an. Für alle anderen geht sie von einem Plus von 3 Prozent aus, schließlich beendet die Entscheidung gegen den MBA die Karriere ja in aller Regel nicht.”

Die F.A.Z. schreibt weiter, daß es, wie nicht anders zu erwarten, “keine Garantie dafür gibt, dass die Rückkehr in den Beruf, der Wechsel in eine andere Branche oder der Aufstieg auf die nächste Hierarchiestufe ohne Stolpern über die Bühne geht. Anders ließen sich etwa die Erwartungen nicht erklären, die aus einer Umfrage der Frankfurter Goethe Business School unter den derzeitigen Teilnehmern an ihrem einjährigen Vollzeit-MBA-Programm hervorgehen: Die meisten von ihnen rechnen damit, spätestens drei Jahre nach dem Abschluss ihre Investitionen – darunter Studiengebühren von 19.000 Euro – wieder eingespielt zu haben. Dass es länger als fünf Jahre dauern könnte, glaubt nur ein einziger.”

Zurückhaltender ist da schon Kathleen Fitzgerald im Hinblick auf ihren zweijährigen berufsbegleitenden MBA, wenn sie feststellt: “Erst im zehnten Jahr übersteigt der Gewinn aus der angenommenen steileren Vergütungskurve die Kosten.”

Das Fazit:

Der Artikel ist spannend und bietet einen guten Einblick bzw. Überblick in das Thema MBA sowie  einen etwas nebeligen Ausblick auf den ROI. Es scheint so zu sein, daß sich Kandidaten darauf einstellen sollten, daß dieser sich erst Jahre nach dem Abschluss in bare Münze umwandelt. Zudem ist die Verknüpfung mit dem Einkommen auch davon abhängig, wie lange das entsprechende Studium gedauert hat und an welche Business School man ihn erworben hat.

Übrigens finden sich unter www.fazjob.net/mba ein paar Fallbeispiele zur Rendite eines MBA-Studiums. Einen ebenfalls ersten guten Überblick mit weiterführenden Quellen bieten Wikipedia zum Thema MBA an sowie die Internetseite www.mba.de.

Demnächst wird Euch Jürgen an dieser Stelle ein paar Beispielrechnungen zum MBA und den damit verbundenen Gehaltssaussichten vorstellen.

Euer Johannes vom Gehälterblog

2 thoughts on “MBA – und wann Du davon profitierst

  1. Ich finde es immer wieder spannend, wie die Studienabgänger die – eigene – Messlatte legen. Ich habe oftmals das Gefühl, man macht sich nur Gedanken über das eigene Gehalt; Hauptsache die Forderung lässt sich im Freundeskreis gut darstellen… Das daraus auch die Notwendigkeit resultiert, das eigene Gehalt incl. aller Nebenkosten dem Unternehmen zurück zu bringen, das wird scheinbar dabei gutgläubig ausgeblendet.
    Ich bin mal gespannt, wohin die Reise in den kommenden Jahren so geht.

    Grüße
    Christian Küpers

  2. Hallo Herr Küpers. Sicher ist das Einstiegsgehalt nicht Alles, aber für Berufsstarter ein wichtiges Kriterium. Wir merken das immer wieder in unseren Workshops und Trainings, die alma mater an Hochschulen macht. In unseren Präsentationen haben wir als Denkansatz für die jungen Leute auch immer eine Folie mit einer Break-Even-Rechnung drin. Die soll deutlich machen, dass bei Personaleinstellungen in den meisten Fällen zunächst der Arbeitgeber in Vorleistung geht und der Benefit erst über Monate – teils Jahre – erarbeitet wird.

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