Selbstmarketing – was haben Bewerbung, Gehaltsverhandlung und eine Rolex gemeinsam?

Als Karriere- und Personalberater schaue ich mir viele Lebensläufe und Bewerbungsunterlagen an und eine Sache fällt mir immer wieder auf. Die Lebensläufe sind in den allermeisten Fällen gut strukturiert, optisch ansprechend formatiert und gespickt mit den einzelnen Stationen von der Grundschule bis zum letzten beruflichen Einsatz. Bei Informatikern und Ingenieuren sind noch sehr detailliert die Kenntnisse mit allen möglichen Werkzeugen der Zunft aufgelistet. BWLer vermerken ihre Cambridge-Sprachzertifikate und alle möglichen Zusatzkurse. Alles schön und gut soweit. Das ist alles wichtig, denn bei den heute gebräuchlichen Recruiting-Systemen ist es hilfreich, alle zielführenden Qualifikationen abzuspeichern, um bei den relevanten Suchen der HR-Manager auch vom System “ausgespuckt” zu werden.

Auffallend schlecht sind aber – Ausnahmen bestätigen die Regel – die Bewerbungsschreiben. Den meisten Anschreiben sieht man auf den ersten Blick an, dass der Bewerber bzw. die Bewerberin hier der Meinung war, einen tollen Wurf gemacht zu haben, um sich nun – wie der BWLer sagt pareto-optimal nach der 80:20 Regel mit minimalen Anpassungen am Text zu bewerben. Wobei das Muster im besten Fall 20 % der Adressaten anspricht und nicht 80%. Meist liegt die Erfolgsquote sogar weit darunter.

Rolex am ArmWas hat das Ganze jetzt bitte mit einer Rolex zu tun? Ganz einfach: Rolex rückt die Verkaufsbroschüre (das Anschreiben) in den Vordergrund. Hier wird eine Story entwickelt. Auf den Webseiten (und den Anzeigen in Magazinen) sieht der geneigte Leser sich buchstäblich im Sattel eines Polopferds sitzen. Oder beim gekonnten 250 Meter Drive auf dem Luxus-Golfplatz – die edle Rolex natürlich immer am Arm. Die Frequenz der Breguet-Spirale und des Aufzugsrotors, die 2-fache Dichtfunktion interessiert die meisten Rolex-Kunden periphär. Genauso ob das Saphirglas 1, 2 oder 3 mm dick ist. Folgerichtig kommen die Technischen Daten (analog: der Lebenslauf) bei Rolex auch erst im Kleingedruckten oder ganz unten auf der Webseite. Unwichtig sind sie trotzdem nicht, denn wenn der Kaufinteressent sich für die 10.000 Euro Uhr entschieden hat, dann holt er sich die Technischen Spezifikationen, um sich den Kauf zu rechtfertigen. Eigentlich ist die Entscheidung aber längst getroffen.

So ähnlich läuft es auch im Bewerbungsprozess. Der HR-Manager schaut sich die eingegangenen Bewerbungen an. Die Recruiting-Software hilft ihm bei der Vorauswahl und zeigt ihm an, wie gut Ihre Bewerbung mit den Anforderungen “matched” – von daher sind die Skills und vollständige CVs heute noch wichtiger als früher bei der papier- oder E-Mail-basierten Bewerbung. Jetzt hat der Recruiter eine Auswahl von sagen wir 15 Kandidaten vor der Nase, die laut HR-Software gut passen. Und nun? Welche fünf Kandidaten erhalten zunächst eine Chance fürs Vorstellungsgespräch mit dem ausgelasteten Manager im Fachbereich? Denn Zeit ist Geld und Ihre Reisekosten wollen auch bezahlt sein.

Die Kandidaten, die im Anschreiben den gleichen Sermon wiederholt haben, der bereits im Lebenslauf steht, eher nicht. Es sei denn alle 15 Kandidaten machen es gleich – dann entscheidet das Los. Oder das Bauchgefühl des Recruiters oder die Optik des Bewerbungsfotos. Aber wer will sich darauf verlassen? Die wenigsten von uns sehen aus wie Top-Models – sonst hätten wir uns nicht durch ein Informatik-, Ingenieurs- oder BWL-Studium gequält ;-)

Klar im Vorteil sind die Kandidaten, die jetzt im Anschreiben ganz klar und präzise zum Ausdruck bringen können, warum sie die beste Platzierung, der beste Mitarbeiter in spe – die zukünftige Speerspitze der Abteilung sind. Und dafür gilt es, sich in den Bewerbungsempfänger hineinzuversetzen – und zwar in den Erstadressaten (den Recruiter) und zweitens den späteren Chef (den sog. Hiring-Manager oder Fachvorgesetzten). Deshalb habe ich hier mal ein paar aus meiner Sicht wichtige Tipps herausgehoben:

  • Von ICH-Form in SIE-Form umschalten: In vielen Anschreiben betonen die Bewerber gerne, was sie (ICH) schon alles gemacht haben. Besser ist es, zu betonen, was alles für den Arbeitgeber (SIE) gemacht werden kann. Z.B. Innovative Produkte entwickelt, oder der Umsatz gesteigert, oder die Kosten kontrolliert und gesenkt oder die Geschäfte im Ausland angekurbelt oder oder oder.
  • Die Muss-Anforderungen beachten: In fast jeder Anzeige definiert der Arbeitgeber Schlüsselanforderungen. Erfüllen Sie diese? Dann weisen Sie im Anschreiben aktiv darauf hin. “Die geforderten J2EE-Kenntnisse in Verbindung mit Websphere bringe ich gerne bei Ihren Finance-Kunden ein. Die Erfahrung konnte ich in den letzten 3 Jahren in x IT-Projekten im Bankenumfeld vertiefen.” – Welche IT-Beratung für Banken kann da widerstehen?
  • Nice-to-Haves als Kür: Sie können sogar beim Wunschkonzert mitspielen? Prima – dann sagen Sie das aber auch klar, denn nur so stechen Sie aus der Masse wirklich heraus.
  • Track-Record: Im Vertrieb wird gerne vom Track-Record gesprochen. Was haben Sie bisher gerissen? Wie viel Umsatz haben Sie gemacht? Wie war Ihre Quote. Bringen Sie den für den Kunden wesentlichen Erfahrungsschatz in Kürze auf den Punkt. “Bei meinem letzten Arbeitgeber war ich gefragter Senior-Berater mit X fakturierten Manntagen in den vergangenen 12 Monaten.” Klasse – Sie denken unternehmerisch und Ihrem Fachvorgesetzten erscheinen schon die Euro-Zeichen vor den Augen.

Zurück zur Rolex. Ich habe ja schon gesagt, dass die meisten Käufer wenn sie die Kaufentscheidung getroffen haben, die Spezifikationen zur Hilfe holen, um den Kauf zu rechtfertigen, nach dem Motto: “Schatz, guck mal. So eine Rolex in Massivgold ist doch quasi unvergänglich. Die kann ich ja die nächsten 40 Jahre tragen und sie sieht immer noch wie neu aus.”.

Jetzt überlegen Sie sich mal, um wie viel Geld es bei Ihrem Arbeitgeber geht, wenn er Sie einstellt und Sie die nächsten 3-5 Jahre als Arbeitnehmer bezahlt. Lohnt sich da Selbstmarketing in eigener Sache?

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Abend.

Jürgen

Gehälter von Frauen nur optisch niedriger?

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In den vergangenen Monaten wurde viel und kontrovers über die geringeren Gehälter vieler weiblicher Fachkräfte geschrieben – den “Equal Pay Gap”. Es ist nachgewiesen, dass Frauen in vielen Positionen ein geringeres Gehalt beziehen als ihre gleichermaßen qualifizierten männlichen Kollegen. Interessanterweise öffnet sich die Gehaltsschere mit zunehmender Qualifikation und Erfahrung.

Frauen, die dieser Unsitte begegnen möchten, sollten sich mit der Messe women and work am 8. Juni 2013 in Bonn beschäftigen. Im Rahmen des Kongressprogramms dürften insbesondere die Vorträge und Workshops im Forum 2 zum Themengebiet “Karriere-Tools und Erfolgs-Strategien für Frauen” interessant sein.

Auch die Messe selbst lohnt sich für karriereinteressierte Frauen. Knapp hundert Top-Unternehmen wie z.B. AT Kearney, Accenture, adidas, BOSCH, Capgemini, E.ON, Philips, R+V, SAP und viele weitere stehen in 4-Augen-Gesprächen und direkt am Stand für Auskünfte zur Verfügung. Eine “Karriere-Meile” mit ausgewählten Karriere-Coaches rundet das Programm neben vielen Erfahrungsberichten und Vorträgen erfolgreicher Business-Ladies ab.

Karriere-Management ist jedermanns Sache

Gerade lese ich “EGO – Spiel des Lebens”, das neue Buch von Frank Schirrmacher von der FAZ. Ein aufrüttelndes, aber auch ein bisschen anstrengendes Buch, in dem Schirrmacher Parallelen zwischen der Spieltheorie (Das ist ein mathematisch-technologisches Entscheidungssystem aus der modernen Ökonomie) und dem wirklichen Leben zieht und feststellt, wie sich die Ökonomisierung und clevere Spiel- und Winkelzüge in immer mehr Bereiche des privaten Lebens reinpirschen. Die Sozialen Medien kommen auch nicht ungeschoren davon. Als Bettlektüre ist das Buch vielleicht etwas verschwurbelt und schwer verdaulich – der Stoff ist aber interessant und geht eigentlich jeden an.

Vorgestern bin ich in dem Buch über ein Zitat gestolpert, über das ich lange nachdenken musste. Von Andrew Kardagon, BWL-Professor in Berkeley USA, stammt das Zitat: “20 Jahre Erfahrung sind oft nur 1 Jahr Erfahrung, das 20 Mal wiederholt wird.” Denkt mal drüber nach – da ist was dran.

Warum schreibe ich das auf dem Gehälterblog? Ganz einfach: Wer sich nach einigen Jahren im Beruf nicht mehr weiterentwickelt und einfach die Routine der vergangenen Jahre fortführt und zur Meisterschaft bringt, schafft in der heutigen Zeit vielfach keinen Mehrwert für den Arbeitgeber. Er kommt nicht wirklich voran und warum soll ihm der Arbeitgeber dafür mehr Gehalt bezahlen? Was ist die Argumentationsbasis? Die Zeiten, dass allein für “Seniorität” mehr bezahlt wird, sind in den meisten Organisationen vorbei.

Und kommen dann noch neue Technologien dazu, Stichwort: Künstliche Intelligenz, Semantische Suche, e-Business, e-Collaboration, Web-Office, Shared Service Centers – dann können Routinejobs ganz schnell gestrichen werden.

Das Fiese daran ist, dass man sich häufig einbildet, mit den Jahren immer besser zu werden. Man bekommt ja i.d.R. auch gutes Feedback von Kollegen und Vorgesetzten. Es kann also nicht schaden, regelmäßig alle 1-2 Jahre kritisch zu prüfen, was denn in der jüngeren Vergangenheit wirklich neu und herausfordernd im Job war. Wer den Eindruck hat, dass hier nichts wesentliches passiert ist, der sollte sich über einen Jobwechsel intensiv Gedanken machen. Dafür muss man gar nicht immer gleich den Arbeitgeber wechseln, denn vielleicht ergeben sich ja auch intern gute Chancen im Rahmen von Job-Rotation etc.

In diesem Sinne freue ich mich auf Euer Feedback.

Jürgen

Was macht eigentlich ein …? BerufeNET gibt Auskunft

Wer mich kennt, weiß, dass ich wirklich kein Fan von der Arbeitsagentur bin. In sehr vielen Fällen meinen Augen handelt es sich bei den Beratern um “Bums-on-Seat”-Vermittler, die Ihre Kunden schnell in neue Jobs scheuchen wollen – von gelegentlichen Ausnahmen abgesehen. Und die Webseite der Arbeitsagentur ist selbst ist echt ein Monster. Ich schaue deshalb eher selten dort vorbei.

Heute muss ich aber wirklich mal eine Lanze für die Leute aus Nürnberg brechen und zwar für das Online-Angebot BerufeNet. Dort bin ich über eine Webrecherche Suche hingekommen und war ziemlich überrascht über die Tiefe und Breite des Angebots.

Ein Hammer, wie detailliert die Rechercheure hier den Arbeits- und Berufsmarkt beschrieben haben. Dort werden nach eigener Aussage umfassend gestufte Informationen für ca. 3.200 aktuelle und weitere ca. 4.800 archivierte Berufsbeschreibungen systematisch strukturiert. Hierbei werden bis zu 60 Informationsfeldern pro Beruf erfasst und die Berufe zu 123 Teilberufs- und 16 Berufsfeldern zugeordnet.

Wer dort einen Beruf eingibt, zum Beispiel “Account Manager“, erhält eine detaillierte Beschreibung über das Tätigkeitsbild, die Arbeitsumgebung, Berufs- und Ausbildungsvoraussetzungen, Perspektiven und mögliche benachbarte Berufe. Das ist nicht nur für Schüler und Azubis interessant. Gerade auch Hochschulabgänger und Professionals, die nach neuen Herausforderungen suchen, können sich hier schnell ein Bild über die Tätigkeitsschwerpunkte und Anforderungen verschiedener Berufe machen.

Berufenet bietet auch eine grobe Gehaltseinschätzung für die verschiedenen Positionen an. Diese ist aus meiner Erfahrung aber mit Vorsicht zu genießen. Es gibt einfach zu viele Einflussgrößen und die Gehälter sind sehr personenbezogen. Um ein Gefühl zu erhalten, ist die Info aber nicht schlecht. Für eine detaillierte Einschätzung sollte man dann doch besser auf detailliertere Gehaltsreports und Gehaltsanalysen zugreifen.

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Klar, optisch macht die Seite nicht viel her. Sie ist halt in diesem typischen Arbeitsagentur-Alarmrot gestaltet und von Bildsprache ist nichts zu erkennen. Wer sich aber über einzelne Berufsbilder informieren möchte und auch die kleineren Unterscheide zwischen einem Account Manager, Key Account Manager, Sales Manger oder Produktmanager erspüren will – für den ist diese Seite ein Muss.

Schade, dass die “SEO-Experten” der Arbeitsagentur es geschafft haben, dafür zu sorgen, dass man lange suchen muss, um auf BerufeNet zu gelangen.

Bis bald
Jürgen

Webinar-Rückschau zum Equal Pay Day

Vor gut 1,5 Wochen habe ich hier auf mein Webinar zum Thema “Einstiegsgehälter und Gehaltsverhandlung” hingewiesen, das ich auf Einladung von Melanie Vogel von Career-Webinars.com durchgeführt habe. An dieser Stelle nochmal meinen Dank an Melanie für die gute Organisation, die Einrichtung des Webraums und natürlich das Marketing. :-)

Obwohl ich bereits etliche Webinare durchgeführt habe, war ich ehrlich gesagt dieses Mal ein bisschen aufgeregt und das aus zwei Gründen: Erstens ist meine Internetbandbreite in meinem Heimatstädtchen am Fuße der Schwäbischen Alb mit 1 MB/s ziemlich unterdimensioniert für moderne Kommunikationstechnik und Tonübertragung. Zweitens konnte ich mein neues Bluetooth-Headset hier zum ersten Mal live testen. Die Nervosität war dann aber unbegründet und zwei Beweise konnten erbracht werden: In Notzingen kann man Webinare durchführen und ein 17 Euro Headset von Amazon kann man durchaus semiprofessionell benutzen.

Jetzt aber genug der Vorrede, kommen wir zum Webinar.

webinarBei Webinaren ist es ja immer spannend für die Veranstalter, wie viele Teilnehmer sich letztlich im Webraum einfinden. Laut Melanie waren 40 Teilnehmer angemeldet. 28 sind dann tatsächlich gekommen, was eine ganz gute Quote ist. Und mit 28 Teilnehmern kann man ja auch gut arbeiten. Ich frage anfangs immer nach, wer die Teilnehmer sind und was sie für einen Ausbildungshintergrund haben, denn die meisten kommen mit Nicknames rein und aus denen wird ja kaum einer schlau. Passend zum Equal Pay Day hat sich das Teilnehmerfeld in etwa hälftig auf die beiden Geschlechter verteilt. Die Studienrichtungen waren breit gestreut. Es waren sogar Ingenieurabsolventinnen im Feld. Daimler, BMW und VW wäre mit ihren “Women in Engineering Events” das Wasser im Munde zusammen gelaufen ;-)

Die Einstiegsgehälter in der Präsentation wurden auf Basis der Gehaltsstudie 2012 von alma mater, einem Personalberater speziell für Akademiker, präsentiert. alma mater führt die Studien seit mittlerweile 8 Jahren durch und die 2013er Studie ist gerade in Arbeit. Nach Ostern 2013 sollten die Ergebnisse unter www.alma-mater.de kostenfrei zum Download bereitstehen. Über die Gehaltsstudie selbst will ich in diesem Post nicht viel schreiben. In früheren Blogposts ist mehrfach über die Ergebnisse berichtet worden.

Interessant war auch in diesem Webinar wieder, wie wichtig Aufklärung gerade für Nachwuchskräfte und Young Professionals über dieses komplexe Thema ist. Den meisten Teilnehmern war nicht klar, inwiefern regionale Einflussgrößen und die Firmengröße, aber natürlich auch die unterschiedlichen Branchen auf das Gehalt einwirken. Für mich, wie viele andere Personalberater, ein alter Hut – sind dann doch auch in diesem Webinar wieder viele überrascht gewesen, mit welchen Gehaltseinbußen zum Beispiel in manchen Regionen zu rechnen ist. Es ist eben nicht so, dass jeder das Durchschnittsgehalt bezieht. Gut, dass Arbeitgeber mit den “Fringe Benefits” dagegensteuern können. Klar, der Dienstwagen ist für viele Berufseinsteiger erst mal nicht drin, aber es gibt viele andere Zusatzleistungen, die auch kleinere Arbeitgeber gerne an ihre Mitarbeiter weitergeben – von (A)ltersvorsorge bis zum (W)armen Essen in der Kantine ;-) . Den Teilnehmern war in großen Teilen nicht bewusst, dass sie nach einer gewissen Betriebszugehörigkeit ein Anrecht auf betriebliche Altersvorsorge haben.

Besonders viele Fragen im Chat kamen beim Thema Gehaltsverhandlung hoch. Hier spürt man einfach, dass den meisten Arbeitnehmer in diesem Feld einfach die Routine fehlt; den Berufseinsteigern im Besonderen. Die meisten Teilnehmer waren rege in der Diskussion und so kamen viele Fragen hoch, die ich hoffentlich beantworten konnte. Falls nicht, darf mich jeder ansprechen – gerne auch über dieses Blog.

Einfach, aber trotzdem immer wieder wichtig zu betonen sind die drei Basisfaktoren für eine Gehaltsverhandlung: Die Innere Einstellung, Verhandlungsstrategie und Rhetorische Fitness.

webinar2Die Innere Einstellung ist wichtig fürs Selbstbewusstsein. Wie will man in die Verhandlung gehen? Um eine kleine Erhöhung bitten oder einen ordentlichen Aufschlag für hervorragende geleistete Arbeit und gute Ideen und knackige Ziele für die nähere Zukunft einfordern. Das muss sitzen und passen. Jeder sollte sich im Vorfeld seine Stärken (und Schwachstellen) selbst bewusst machen.

Die Verhandlungsstrategie steht für eine gute Vorbereitung und Sammlung starker Argumente. Was hat man seit der letzten Gehaltserhöhung Besonderes geleistet? Wo konnte man seinem Arbeitgeber Geschäft, Umsatz, Profit oder alternativ Kostenersparnisse bescheren? Welche Ideen wurden umgesetzt? Hat man deutlich mehr Verantwortung übernommen, oder gar einen neuen Job? Diese Argumente sollte jeder Mitarbeiter in der Verhandlung parat haben. Mein Tipp: Alle Argumente am besten aufschreiben und mitnehmen.

Drittens ist die rhetorische Fitness nicht unwichtig. Wer im Gespräch rumstottert, wenn es heikel wird und nur noch im Konjunktiv fabuliert – “Könnte eventuell eine Prämie für Sie interessant sein?” – macht es seinem Vorgesetzten leicht. Aber wer will schon leichte Beute im Gehaltspoker sein? Sicher wird nicht aus jedem Menschen ein begnadeter Redner, Moderator, Polit-Star. Aber eine übersichtliche Vehandlungssituation wie eine Gehaltsverhandlung kann jeder üben und sich fit machen.

Ich habe im Webinar wieder gemerkt, dass das Thema noch einiges an Fragenpotenzial aufwirft und habe mir deshalb vorgenommen, in der nahen Zukunft mehr darüber zu schreiben. Wenn Ihr besondere Themen oder Wünsche habt, bitte einfach bei mir melden.

Ich wünsche Euch einen schönen Abend.

Bis bald
Jürgen

Webinar-Hinweis – Einstiegsgehälter von Absolventen

Heute möchte ich in eigener Sache auf ein Webinar hinweisen, das ich im März gemeinsam mit Career-Webinars.com im Rahmen der Veranstaltungen um den Equal Pay Day durchführe.

Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen
Mittwoch, 20. März 2012 | 18-19 Uhr

Wenn Ihr Euch in den letzen Zügen Eures Studiums befindet und auf Eure ersten Vorstellungsgespräche vorbereitet, kann Euch mein Webinar nützlich sein. Was kann ich nach dem Studium verdienen? Welche Zusatzleistungen sind in meinem Traumberuf üblich? Welche Forderungen kann ich als Berufseinsteiger überhaupt stellen? Diese und ähnliche Fragen werden im Webinar für Euch beantwortet.

Aus meiner langen Erfahrung als Personalberater und Karrierecoach für angehende Akademiker werde ich Euch hilfreiche Hintergrundinformationen aus Sicht von Personalverantwortlichen sowie Tipps zu den Themen Gehalt, Gehaltsverhandlung und Selbstmarketing geben.

Anmelden könnt Ihr Euch direkt auf der Webseite von Career-Webinars.

Ich würde mich freuen, wenn wir uns im Webinar am 20.3. begegnen.

Liebe Grüße
Jürgen

Gehälter in der Werbebranche

Hallo liebe Leser des Gehälter-Blogs,

wie Ihr schon mitbekommen habt, haben wir von alma mater inzwischen den Ergebnisbericht der Gehaltsstudie 2012 veröffentlicht. Diesen könnt Ihr Euch nach kostenloser Registrierung kostenfrei bei alma mater downloaden. Alle nötigen Infos dazu findet Ihr unter www.alma-mater.de/de-gehaltsstudien Wir werden in nächster Zeit Detailanalysen zur Studie auf diesem Blog veröffentlichen. Seid gespannt! Mit der ersten Detailanalyse ist schon in der kommenden Woche zu rechnen. Ein Klick und Blick auf den Blog lohnt also immer.

Gehälter in der Werbebranche

Da wir den Blog ja aber auch gerne als Übersicht über aktuelle Gehaltsentwicklungen und aktuelle Themen zu Verdiensten nutzen, möchte ich Euch heute eine tolle Infografik zeigen, die mich vergangene Woche per Mail von der Seite www.gehalt.de erreicht hat. Diese beschäftigt sich mit den Verdienstmöglichkeiten in der Werbebranche und zeigt, welche Gehälter unterschiedlich Beschäftigte in einer Werbeagentur erhalten können. Dazu zählen die Berufe: Geschäftsführer, PR-Managerin, Marketing, Controller, Creative Director, Projektmanager, Konzepter, Junior Art Director, Designer und Texter.

Zum Vergrößern auf das Bild klicken!

Als Datenbasis für diese Illustrationen dienen 5.109 Daten aus unterschiedlichen Werbeagenturen. Falls Ihr Euch für weitere detaillierte Statistiken der Gehälter in der Werbebranche interessiert, empfehlen wir Euch folgenden Link http://www.gehalt.de/news/Die-Werbebranche-und-ihre-Gehaelter.

Webinar zum Einstiegsgehalt

Am vergangenen Dienstag durfte ich mit unserem Geschäftsführer Jürgen Bühler ein kostenfreies Webinar zum Thema „Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen“ halten. Datenbasis dafür war die Gehaltsstudie 2012. Wir haben das Webinar aufgezeichnet und es in unserem Webinar-Archiv zur Verfügung gestellt. Wenn Ihr Euch also über  Einstiegsgehälter informieren wollt, werft einfach einen Blick auf unseren Webinar-Blog. Dort findet Ihr auch immer aktuelle Ankündigungen für künftige kostenfreie Fachvorträge und alles aus der Welt der Online-Seminare. Soviel sei verraten: Für die nächsten Wochen ist ein weiteres Webinar zu diesem Thema geplant. Seid also gespannt!

Ich wünsche Euch noch eine schöne Rest-Woche,

bis bald

Marco vom Gehälterblog

Entwicklung der Teilnehmerzahl der alma mater Gehaltsstudie

Hallo liebe Leser,

wie im vorherigen Post geschrieben, werden bald die aktuellen Zahlen der alma mater Gehaltsstudie 2012 veröffentlicht. Die Zahlen sind inzwischen ausgewertet und ein Großteil der Daten ist auch schon in Tabellen und Abbildungen illustriert. Wir sind also im Endspurt.

Für mich als Neuling, was das Auswerten der Studie angeht, war interessant zu erfahren, wie sich die Teilnehmerzahlen in den acht Jahren der Studie entwickelt haben und wie viele Gehaltsangaben jeweils zusammen kamen. Wie klein die Gehaltsstudie im Jahr 2005 begann, zeigt ein Blick auf die Zahl der teilnehmden Firmen. Nur 181 Unternehmen gaben 1038 Gehaltsangaben. Den ersten richtig großen Sprung gab es vom Jahr 2007 ins Jahr 2008. Die Teilnehmerzahl hatte sich verdreifacht.

Das hohe Niveau konnte im Jahr 2009 nicht ganz gehalten werden. Im Jahr 2012 wurde erstmals die 1.000 Teilnehmer-Marke geknackt und auch 6.327 Gehaltsangaben sind der mit Abstand höchste Wert. Der Trend verrät zweierlei: Zum einen wird die Datenbasis immer besser und somit auch die Ergebnisse valider, zum anderen sind verlässliche Zahlen gefragt. Nicht nur bei den Studierenden und Absolventen, sondern auch die Unternehmen sind sehr interessiert wie sie sich mit den Gehältern im Markt bewegen.

Freut Euch schon auf den nächsten Blog-Artikel, denn wir werden erste Zahlen aus der 2012er Studie für den Bereich Praktika hier veröffentlichen.

Bis bald,

Marco vom Gehälterblog

Die Gehaltsstudie 2012 – Der Countdown läuft

Liebe Leser des Gehälterblogs,

lange Zeit gab es auf diesem Blog keinen neuen Eintrag, doch ab heute ist es wieder soweit. Mein Name ist Marco und ich bin der Nachfolger von Sabrina bei alma mater. Mehr zu mir erfahrt Ihr auch auf dem Jobmobil-Blog, dort habe ich mich vor ein paar Monaten bereits vorgestellt.

Für heute habe ich eine kurze Info für Euch: Die alma mater Gehaltsstudie mit den Einstiegsgehältern für Hochschulabsolventen ist auch in diesem Jahr durchgeführt worden. Von Ende November bis Ende Februar hatten Unternehmensvertreter die Möglichkeit an der Umfrage zur Studie teilzunehmen. Letztendlich konnten wir einen neuen Teilnehmerrekord verbuchen. Zum ersten Mal in der Geschichte der alma mater Gehaltsstudie nahmen über 1.000 Unternehmen an der Befragung teil. Dabei kamen 6.327 Gehaltsangaben zusammen – eine gute Basis, um umfangreiche Analysen durchzuführen.

Die Auswertung der Studie ist momentan noch in vollem Gange. Die ganzen Zahlen wollen sortiert, ausgewertet, interpretiert und für Euch aufbereitet werden. Wir sind schon ein gutes Stück vorangekommen und werden Euch die gesamte Studie wohl in den nächsten Wochen wieder kostenlos zur Verfügung stellen. Bis dahin könnt Ihr Euch gerne die Gehaltsstudie aus dem Jahr 2011 downloaden. Dazu ist lediglich eine kostenlose Registrierung bei alma mater nötig.

Der Gehälterblog wird Euch in Zukunft über den aktuellen Stand der Studie auf dem Laufenden halten und auch einige Detailanalysen für Euch bereithalten.

Seid gespannt,

bis bald

Marco für den Gehälterblog

Aktuelle Gehaltsstudie für Berufseinsteiger

Hallo liebe Leser,

seit einiger Zeit gibt es die neue alma mater Gehaltsstudie. Diese ist mit 28 Seiten wieder sehr umfangreich und erste Detailanalysen ergänzen das Zahlenrepertoire wieder einmal um ein vielfaches. Wen wundert es auch, wenn man weiß, dass wieder über 900 Unternehmen an der Studie teilgenommen haben!? ;-)

Hier aber einmal die wichtigsten Ergebnisse der Gehaltsstudie 2011 für Hochschulabsolventen auf einen Blick:

Das durchschnittliche Jahresbruttogehalt von Berufseinsteigern mit einem Abschluss von einer Universität oder Fachhochschule liegt bei rund 40.000 € (Median).

Betrachtet man die Bezahlung der Berufseinsteiger in den verschiedenen Abteilungen („Funktionen“), liegen Einsteiger in den Bereichen Fertigung und Forschung und Entwicklung mit 42.000 € brutto/Jahr ganz vorne. Der Großteil der Funktionen wird durchschnittlich mit 40.000 € brutto pro Jahr entlohnt. Bis zu 8,33 % weniger erhalten Trainees.


Zum Vergrößern auf das Bild klicken!

Wichtig bei den Gehältern ist auch die Größe eines Unternehmens. In Konzernen (über 5.000 Mitarbeiter) sind die Verdienstmöglichkeiten am höchsten und nehmen mit sinkender Mitarbeiterzahl ab. So werden in Konzernen Einstiegsgehälter von über 43.438 € erzielt, die somit mehr als acht Prozent über dem Durchschnitt liegen. In Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Arbeitnehmern liegen die Gehälter 15,1 % unter dem Durchschnitt, was ungefähr 34.000 € ausmacht. Ein ganz schöner Unterschied, wenn ihr mich fragt!

Wie im Vorjahr sind es die Branchen Medien, Zeitarbeit, öffentlicher Dienst und sonstige Dienstleistungen, in denen Absolventen weniger als in anderen Branchen verdienen. Auch die Tourismusbranche liefert mit einem Durchschnitt von 27.000 € ein sehr ernüchterndes Ergebnis. Besonders hohe Gehälter sind in der Branche Automotive möglich. Dort liegt der Median bei 48.000 €.

Regional betrachtet sind die Chancen auf ein überdurchschnittliches Gehalt in den Bundesländern Bayern, Saarland, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sehr gut. Dort betragen die Mittelwerte mindestens 41.000 €. Berlin ist das Schlusslicht unter den Bundesländern und weist ein Durchschnittsgehalt von 38.834 € auf.

Das erste Mal hat die Personalvermittlung auch nachgefragt, ob die Unternehmen einen Unterschied bei der Bezahlung von FH- und Uni-Absolventen machen. Das Ergebnis ist beruhigend für alle diejenigen, die von einer Fachhochschule kommen: Einen Unterschied machen nur wenige Arbeitgeber und wenn, dann liegt dieser bei 17 %. Einen ähnlichen Aufschlag von 20 % erhalten Kandidaten, die promoviert oder habilitiert haben.

Die durchschnittlichen Vergütungen von Praktika und Abschlussarbeiten liegen bei 619 € und 687 €.

Mehr Details gibt es natürlich bei alma mater. Dort kann man sich nach erfolgreicher Registrierung die Studie kostenlos herunterladen. Aber auch in der Kategorie „JobSpezial“ werden immer wieder Detailanalysen veröffentlicht, die auch als Gast zugänglich sind!

Liebe Grüße!

Sabrina vom Gehälterblog