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Gehälter Blog

Informationen, Tipps und Trends rund um Karriere, Gehalt, Gehaltsverhandlung und Vergütung

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Category: Branche

Hallo liebe Leser,

seit einiger Zeit gibt es die neue alma mater Gehaltsstudie. Diese ist mit 28 Seiten wieder sehr umfangreich und erste Detailanalysen ergänzen das Zahlenrepertoire wieder einmal um ein vielfaches. Wen wundert es auch, wenn man weiß, dass wieder über 900 Unternehmen an der Studie teilgenommen haben!? ;-)

Hier aber einmal die wichtigsten Ergebnisse der Gehaltsstudie 2011 für Hochschulabsolventen auf einen Blick:

Das durchschnittliche Jahresbruttogehalt von Berufseinsteigern mit einem Abschluss von einer Universität oder Fachhochschule liegt bei rund 40.000 € (Median).

Betrachtet man die Bezahlung der Berufseinsteiger in den verschiedenen Abteilungen („Funktionen“), liegen Einsteiger in den Bereichen Fertigung und Forschung und Entwicklung mit 42.000 € brutto/Jahr ganz vorne. Der Großteil der Funktionen wird durchschnittlich mit 40.000 € brutto pro Jahr entlohnt. Bis zu 8,33 % weniger erhalten Trainees.


Zum Vergrößern auf das Bild klicken!

Wichtig bei den Gehältern ist auch die Größe eines Unternehmens. In Konzernen (über 5.000 Mitarbeiter) sind die Verdienstmöglichkeiten am höchsten und nehmen mit sinkender Mitarbeiterzahl ab. So werden in Konzernen Einstiegsgehälter von über 43.438 € erzielt, die somit mehr als acht Prozent über dem Durchschnitt liegen. In Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Arbeitnehmern liegen die Gehälter 15,1 % unter dem Durchschnitt, was ungefähr 34.000 € ausmacht. Ein ganz schöner Unterschied, wenn ihr mich fragt!

Wie im Vorjahr sind es die Branchen Medien, Zeitarbeit, öffentlicher Dienst und sonstige Dienstleistungen, in denen Absolventen weniger als in anderen Branchen verdienen. Auch die Tourismusbranche liefert mit einem Durchschnitt von 27.000 € ein sehr ernüchterndes Ergebnis. Besonders hohe Gehälter sind in der Branche Automotive möglich. Dort liegt der Median bei 48.000 €.

Regional betrachtet sind die Chancen auf ein überdurchschnittliches Gehalt in den Bundesländern Bayern, Saarland, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sehr gut. Dort betragen die Mittelwerte mindestens 41.000 €. Berlin ist das Schlusslicht unter den Bundesländern und weist ein Durchschnittsgehalt von 38.834 € auf.

Das erste Mal hat die Personalvermittlung auch nachgefragt, ob die Unternehmen einen Unterschied bei der Bezahlung von FH- und Uni-Absolventen machen. Das Ergebnis ist beruhigend für alle diejenigen, die von einer Fachhochschule kommen: Einen Unterschied machen nur wenige Arbeitgeber und wenn, dann liegt dieser bei 17 %. Einen ähnlichen Aufschlag von 20 % erhalten Kandidaten, die promoviert oder habilitiert haben.

Die durchschnittlichen Vergütungen von Praktika und Abschlussarbeiten liegen bei 619 € und 687 €.

Mehr Details gibt es natürlich bei alma mater. Dort kann man sich nach erfolgreicher Registrierung die Studie kostenlos herunterladen. Aber auch in der Kategorie „JobSpezial“ werden immer wieder Detailanalysen veröffentlicht, die auch als Gast zugänglich sind!

Liebe Grüße!

Sabrina vom Gehälterblog

Hallo liebe Leser,

seit Kurzem gibt es auch eine Detailanalyse von Trainee-Gehältern. Hierbei handelt es sich um eine weitere Detailanalyse der alma mater Gehaltsstudie 2010. Man kann sie sich natürlich kostenlos komplett herunterladen aber ich dachte mir, ich schreibe euch eine kleine Zusammenfassung als Überblick!

Laut Studie verdienen Trainees verdienen jährlich zwischen 10.500 € und 60.000 € brutto. Dies sind natürlich nur die Extremwerte, die von den Respondenten angegeben wurden aber immerhin gut 50.000 € voneinander entfernt liegen. Zieht man zu den Extremwerten die Quartilswerte hinzu, wird die Gehaltsspanne ein wenig enger. Das durchschnittliche Trainee-Gehalt wurde in der Studie mit dem Median, über und unter dem jeweils 50 Prozent der Angaben liegen, bestimmt. Dies beträgt 38.000 €, was 1.933 € weniger als das allgemeine Durchschnittsgehalt für Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss, ist. Letzteres wurde bereits im Gesamtbericht 2010 bekannt gegeben.

Die Auswertung nach Regionen, für die die Postleitzahlgebiete genommen wurden zeigt, dass die Postleitzahlgebiete 0, 1 und 2 ( Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Sachsen und den Großteil von Niedersachsen) keine sind, in denen Trainees ehemalige Kommilitonen beim Gehaltsvergleich ausstechen. Es fällt jedoch auf, dass das südliche Postleitzahlgebiet 8 (Südliches Bayern und ein Teil des angrenzenden Baden-Württembergs) das ausgewertete durchschnittliche Trainee-Gehalt mit 34.982 € am geringsten ausfällt. Und auch das Baden-Württembergische Gebiet 7, rund um Stuttgart, kann im Vergleich nicht mit Spitzengehältern auftrumpfen. Dabei sind es besonders die letzten beiden Regionen, in denen die Gehälter eher überdurchschnittlich hoch sind. Dennoch ist das Gehaltsgefälle bei den Traineegehältern mit 2.249 € eher gering und ich würde diese nicht auf die regionale Lage der Unternehmen zurückführen.

Bei den Gehältern hinsichtlich des Abschlusses liegt tatsächlich der Master mit 36.217 € brutto/Jahr vorn. Fast gleich viel verdienen Absolventen mit Diplom: das durchschnittliche Jahresgehalt liegt hier bei 36.069 €. Trainees mit einem Bachelor-Abschluss können durchschnittlich 35.018 € erwarten.. Die Gehaltsunterschiede zwischen Direkteinstiegs- und Trainee-Position sind für Bewerber mit Master-Studium jedoch am höchsten. So müssen Trainees mit Master mit circa 10 % weniger Gehalt als bei einem Direkteinstieg rechnen. Mit einem Bachelor sind die finanziellen Einbußen geringer und liegen bei 8,68 %.

Laut Studie verdient ein Trainee in größeren Unternehmen mehr als in kleineren. So kann ein Absolvent in Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern mit einem Gehalt von durchschnittlichen 25.683 € rechnen. Stiege er/sie in einem Unternehmen mit einer Mitarbeiteranzahl zwischen 10 und 100 ein, läge das Jahresgehalt schon bei knapp 36.000 €. Ein wichtiger Grund für die vergleichsweise hohen Gehälter in großen Unternehmen und Konzernen ist, dass Unternehmen in solchen Größen meist an einen Tarifvertrag gebunden sind.

Eine extrem wichtige Einflussgröße bei Gehältern ist die Branchenzugehörigkeit eines Unternehmens. Klare Führung übernehmen die Versorgungsbranche und die Branche „Bank/Finanz“ (inkl. Versicherungen). Hier werden Trainee-Gehälter gezahlt, die zum größten Teil zwischen 39.000 € und 45.000 € liegen. Nur knapp weniger verdienen Trainees in der Branche „E-Technik“, zu der auch Unternehmen aus den Bereichen Nachrichtentechnik und Feinwerktechnik gezählt wurden, bei Fahrzeugherstellern (inkl. Zulieferer) und in Unternehmen der Chemie- und Pharmabranche. Auch hier sind Durchschnittsgehälter von 40.000 € üblich. Weit von diesem Einkommen entfernt sind Hochschulabsolventen, die als Trainees in den Branchen „Sonstige Dienstleistungen“, im öffentlichen Dienst oder in der Medien-Branche tätig sind.

Ich hoffe, die Zahlen sind für den einen oder anderen interessant und helfen bei der ersten Gehaltsverhandlung!

Liebe Grüße, schöne Feiertage und einen guten Start in das Jahr 2011!

Sabrina vom Gehälterblog

…was lange währt wird gut – sagt man. Darum nun Part zwei der Zusmmenfassung der Detailanalyse von IT-Einstiegsgehältern. Was die unterschiedlichen Funktionen und Abschlüsse beim Gehalt ausmachen, habe ich ja bereits in meinem letzten Artikel geschrieben. Wenden wir uns also den Branchen und dem Einfluss der Unternehmensgröße zu!

Einstiegsgehälter von ITlern nach Branche

IT-Einstiegsgehalt-Branche

Bildquelle: alma mater GmbH

Wie in der Grafik gut zu sehen, werden die höchsten Gehälter für Hochschulabsolventen mit wenig Berufserfahrung in der Versorgungs- und der E-Technik-Branche gezahlt. Platz drei belegt die Bank/Finanz-Branche, zu der die Personalvermittlung auch Versicherungen zählt. Ähnliches gilt für die Bezahlung der Absolventen in IT-Funktionen. Auch hier liegt die Versogungsbranche vorn – und zwar mit 41.722 € p.A.. Fast ebenso gut zahlen Banken, Versicherungen und Unternehmen aus dem Finanzwesen (Platz zwei), die Logistik-Branche, Firmen aus der Branche Chemie, Pharma und Medizin und Elektro-Technik: bei letzterer liegt das Bruttojahresgehalt bei brutto 41.164 €. Ganz schlecht sieht es in der Medienbranche aus, denn die bildet (wie immer?) das Schlusslicht in Sachen Bezahlung.

Konzerne und Kleinstunternehmen

Nicht neu ist, dass Gehälter im Regelfall mit der Anzahl der Mitarbeiter steigen. Und nicht anders sieht es bei den IT-Einstiegsgehältern aus. Die Spanne zwischen Unternehmen mit unter 10 Mitarbeitern und großen Unternehmen ist jedoch mit 9.824 € nicht gerade gering:

Vergleich-IT-Gehalt-Absolventen-Mitarbeiter

Bildquelle: alma mater GmbH

Dennoch denke ich, dass sich ein Einstieg in kleineren Unternehmen für Berufseinsteiger eher als lohnen kann und viele andere Vorteile mit sich bringt:
So bringt die Arbeit in kleinen Unternehmen oftmal entschieden mehr Abwechslung mit sich. Denn anstelle von extrem straff getrennten Abteilungen und Aufgabengebieten werden Mitarbeiter in kleineren Unternehmen eher für abteilungsübergreifende oder fachfremde Aufgaben herangezogen. Zudem sind durch die Größe die Entscheidungswege kürzer und die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Abteilungen auch intensiver. Und darum haben die Autoren der Gehaltsstudie meiner Meinung nach auch Recht wenn sie schreiben, dadurch würden KMUs “so ein enormes Maß an beruflichem Entwicklungspotential” bieten “,welches sich nicht selten in wertvolle Erfahrungswerte ummünzen lässt.”

…demnächst gibt es dann eine Zusammenfassung von einer weiteren Detailanalyse. In der geht es um Trainee-Gehälter!

Bis dahin beste Grüße!

Alle guten Dinge sind 3 Gehaltschecks. Das gilt auch für unsere Reihe, in der wir Euch im Rahmen des Gehälterblogs über branchenspezifische Verdienstmöglichkeiten informieren, die sich in erster Linie an Berufseinsteiger richten.

Dazu werden die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen in den unterschiedlichen FBs der Unternehmen überprüft. Hierbei handelt es sich um Jahresgehälter vor Steuern. Als FB werden diejenigen Berufsfelder definiert, in welchen Absolventen nach ihrem Studium arbeiten wollen bzw. sich dafür während ihres Studiums qualifiziert haben.

In Bezug auf die FBs ist anzumerken, dass nicht alle bei Unternehmen auf Interesse stoßen müssen, wie etwa Fertigung oder Forschung und Entwicklung (F&E). Dies hat seine Ursache darin, dass in verschiedenen Branchen Unternehmen beispielsweise weder über eine Fertigung oder eine F&E-Abteilung verfügen. Zudem kann es sein, das aufgrund geringer Nennungen FBs nicht in die Auswertung miteinfließen.

Die vorliegende Analyse basiert auf den Rohdaten der Gehaltsstudie – 4.224 Gehaltsangaben von 685 Unternehmen –, die entsprechend der Fragestellung ausgewertet wurden.

Verdienstmöglichkeiten in der Branche Finance

Insgesamt belegen die Daten der Umfrage zur Gehaltsstudie 2009, dass in der Branche Finance die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen gemessen am Durchschnitt aller Branchen hoch ausfallen.

Betrachtet man die einzelnen FBs, ist festzustellen, dass die Berufsfelder Aufschläge von bis zu 8,4% verzeichnen. Die höchsten Aufschläge verzeichnen die Einsatzfelder Traineeprogramme, IT-Bereich und Personalwesen.

Einzige Ausnahme bildet das Berufsbild F&E, in welchem Berufseinsteiger im Vergleich zum Branchendurchschnitt mit einem Abschlag von über 2% rechnen müssen. Daneben weist lediglich das Berufsfeld Vertrieb einen geringen Aufschlag aus. Der FB Fertigung wurde aufgrund geringer Nennungen nicht in die Auswertung miteinbezogen.

Darüber hinaus verdeutlichen die Rohdaten der Gehaltsstudie 2009, dass Praktikanten sowie Studenten im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten in der Finance-Branche in Bezug auf den Durchschnitt aller Branchen gleiche bis deutlich geringere Vergütungen zu erwarten haben. Der Abschlag bei Abschlussarbeiten kann dabei bis zu 100 Euro betragen.

Zwischenfazit

Die Branche Finance bietet Berufseinsteigern im Vergleich zum Gesamtdurchschnitt aller Branchen in den untersuchten FBs attraktive Verdienstmöglichkeiten. Davon zum Teil ausgenommen sind allerdings Praktikanten und Abschlussarbeiten.

Unternehmensgröße in der Branche Finance

Betrachtet man auf Basis der Primärdaten die Branche Finance im Hinblick auf die Größe der vorhandenen Unternehmen, so ergibt sich folgendes Bild: Von den insgesamt 201 Nennungen entsprechen rund 57% einer Größe von 1.000 bis über 5.000 Mitarbeitern.

Kleine Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern sind mit rund 18% eher unterrepräsentiert. Rund ein Viertel der in der Branche Finance vertretenen Unternehmen sind mittlerer Größe von bis zu 1.000 Mitarbeitern.

Selbst bei einer Addition kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) entsprechen diese immer noch nur einem Anteil von 43% an der Gesamtstruktur der Unternehmen in der Finance-Branche.

Zwischenfazit

Über 50% der Unternehmen in der Finance-Branche besitzt eine Unternehmensgröße von über 1000 Mitarbeitern. Vor dem Hintergrund, dass größere Unternehmen tendenziell höhere Gehälter zahlen, erklärt die Unternehmensgröße unter anderem die im Vergleich zum Branchendurchschnitt attraktiven Verdienstmöglichkeiten.

Regionale Gehaltsunterschiede in der Branche Finance

Bei der Untersuchung der regionalen Vergütungsstrukturen in der Branche Finance ergibt sich folgendes Bild: Die drei FBs Traineeprogramm, Controlling und Vertrieb weisen die meisten Nennungen über alle Postleitzahlbereiche (PLZ) hinweg auf. Sie liegen bei den Einstiegsgehältern teilweise deutlich über dem Gesamtdurchschnitt aller Branchen. Beispielhaft ist das Einstiegsgehalt im FB Traineeprogramm, das rund 4.000 Euro über dem Branchendurchschnitt angesiedelt ist.

Für Berufseinsteiger ist in diesem Zusammenhang interessant, in welchen PLZ attraktive Einstiegsgehälter gezahlt werden. Dafür werden nachfolgend die PLZ 0 bis 3 (Norden, Mitte und Osten Deutschlands) und 6 bis 9 (Mitte- und Süddeutschland) untersucht.

Das Ergebnis: Die Datensätze weisen für die PLZ 0 bis 3 bezogen auf den Gesamtdurchschnitt aller Branchen Aufschläge aus, für das Einsatzfeld Traineeprogramm in Höhe von rund 4.300 Euro. Die beiden FBs Controlling und Vertrieb verzeichnen ebenfalls Aufschläge bis rund 2.200 Euro.

Damit behaupten sich die drei Einsatzfelder bei der Attraktivität der Einstiegsgehälter auch in verhältnismäßig strukturschwachen Regionen Deutschlands.

Abbildung: Durchschnittliche Einstiegsgehälter für Funktionsbereiche in den PLZ; Quelle: alma mater GmbH 2009

Die drei FBs zeigen bei der Betrachtung der Einstiegsgehälter gemessen am Gesamtdurchschnitt der Branchen in Bezug auf die PLZ 6 bis 9 Aufschläge. Diese liegen zwischen ca. 1.300 Euro bis rund 4.300 Euro.

Einmal mehr zeigt sich an dieser Stelle bei der Vergütung für Berufseinsteiger die überregionale Attraktivität des Einsatzbereiches Traineeprogramms, da es sowohl in den niedrigen als auch in den hohen PLZ nahezu gleichbleibend hohe Aufschläge verzeichnet.

Zwischenfazit

In den auf der Basis der ausgewählten FBs in Bezug auf den entsprechenden PLZ und die dort durchschnittlichen Verdienstmöglichkeiten bleibt festzuhalten, dass keine Umkehrung des Süd-Nord-Gefälles für die Finance-Branche identifizierbar ist. Der Funktionsbereich Traineeprogramm ist regional übergreifend attraktiv vergütet und erzielt Aufschläge. Dies deutet auf eine steigende Aufmerksamkeit und Bedeutung der Nachwuchsförderung und -gewinnung in Unternehmen hin. Schließlich weist das Einsatzfeld Controlling insbesondere im süddeutschen Raum eine höhere Vergütung aus, während der Vertrieb eher in mittel- bis norddeutschen Regionen attraktive Verdienstmöglichkeiten bietet.

Vergleich

Welche Rückschlüsse können abschließend aus den vorherigen Ergebnissen zu den Einstiegsmöglichkeiten für Absolventen und Praktikanten in der Branche Finance gezogen werden?

  • Absolventen, die sich für die Branche Finance im Rahmen ihres Studiums qualifiziert haben, erwarten attraktive Einstiegsgehälter, die sich über dem Durchschnitt aller Branchen befinden.
  • Insbesondere Einsatzfelder wie IT-Bereich, Personalwesen oder Traineeprogramme erzielen Aufschläge, während in F&E Abschläge hinzunehmen sind.
  • Für Praktikanten und Abschlussarbeiten bieten sich durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten.
  • Die Finance-Branche setzt sich überwiegend aus großen Unternehmen mit einer Größe von über 1.000 Mitarbeitern zusammen.
  • Regionale Gehaltsunterschiede sind innerhalb der Branche Finance zu beobachten. Im Gegensatz zum Gesamtdurchschnitt aller Branchen kommt es hier aber nicht zu einer Umkehrung des Süd-Nord-Gefälles bei den Einstiegsgehältern.

Es bleibt spannend, insbesondere, was Euer Feedback anbetrifft. Also, habt Ihr fragen?

Johannes vom Gehälterblog

Heute folgt der 2. Streich in unserer neuene Reihe Gehaltscheck, in welcher Euch das Gehälterblog über branchenspezifische Verdienstmöglichkeiten für Berufseinsteiger mit akademischem Backround ausführlich informiert.

Dazu werden die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen in den unterschiedlichen FBs der Unternehmen überprüft. Hierbei handelt es sich um Jahresgehälter vor Steuern. Als FB werden diejenigen Berufsfelder definiert, in welchen Absolventen nach ihrem Studium arbeiten wollen bzw. sich dafür während ihres Studiums qualifiziert haben.

In Bezug auf die FBs ist anzumerken, dass nicht alle von ihnen bei Unternehmen auf Interesse stoßen müssen, wie etwa Fertigung oder Forschung und Entwicklung (F&E). Dies hat seine Ursache darin, dass in verschiedenen Branchen Unternehmen beispielsweise weder über eine Fertigung oder eine F&E-Abteilung verfügen. Zudem kann es sein, das aufgrund geringer Nennungen FBs nicht in die Auswertung miteinfließen.

Die vorliegende Analyse basiert auf den Rohdaten der Gehaltsstudie – 4.224 Gehaltsangaben von 685 Unternehmen –, die entsprechend der Fragestellung ausgewertet wurden.

Verdienstmöglichkeiten in der Consulting-Branche

Insgesamt belegen die Daten der Umfrage zur Gehaltsstudie 2009, dass in der Branche Consulting die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen gemessen am Durchschnitt aller Branchen geringer ausfallen.

Betrachtet man die einzelnen FBs, ist festzustellen, dass die Berufsfelder Abschläge von bis zu 9% verzeichnen. Die höchsten Abschläge verzeichnen die Einsatzfelder Marketing, Personalwesen und Traineeprogramm.

Darüber hinaus verdeutlichen die Rohdaten der Gehaltsstudie 2009, dass Praktikanten sowie Studenten im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten in der Consulting-Branche in Bezug auf den Durchschnitt aller Branchen höhere Vergütungen zu erwarten haben. Der Aufschlag bei Abschlussarbeiten kann dabei bis zu 100 Euro betragen.

Zwischenfazit

Die Branche Consulting bietet Berufseinsteigern im Vergleich zum Gesamtdurchschnitt aller Branchen in den untersuchten FBs befriedigende Verdienstmöglichkeiten. Über dem Branchendurchschnitt angesiedelt sind allerdings Praktikanten und Abschlussarbeiten.

Unternehmensgröße in der Branche Consulting

Betrachtet man auf Basis der Primärdaten die Branche Finance im Hinblick auf die Größe der vorhandenen Unternehmen, so ergibt sich folgendes Bild: Von den insgesamt 315 Nennungen entsprechen rund 68% einer Größe von bis zu 100 Mitarbeitern.

Große Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern sind mit nicht einmal 10% unterrepräsentiert. Rund ein Viertel der in der Branche Consulting vertretenen Unternehmen sind mittlerer Größe von bis zu 1.000 Mitarbeitern.

Mit einem Anteil von über 90% an der Gesamtstruktur der Unternehmen in der Consulting-Branche sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) tonangebend.

Zwischenfazit

Über 90% der Unternehmen in der Consulting-Branche besitzt eine Unternehmensgröße von bis zu 1000 Mitarbeitern. Vor dem Hintergrund, dass KMU tendenziell niedrigere Gehälter zahlen, erklärt die Unternehmensgröße unter anderem die im Vergleich zum Branchendurchschnitt geringen Verdienstmöglichkeiten. Allerdings sollte angemerkt werden, dass Berufseinsteiger in KMU oftmals sehr gute Karrierechancen und Entwicklungsmöglichkeiten haben, was sich nach und nach auch im Gehalt widerspiegelt.

Regionale Gehaltsunterschiede in der Branche Consulting

Bei der Untersuchung der regionalen Vergütungsstrukturen in der Branche Finance ergibt sich folgendes Bild: Die drei FBs IT, Traineeprogramm und Vertrieb weisen die meisten Nennungen über alle Postleitzahlbereiche (PLZ) hinweg auf. Sie liegen bei den Einstiegsgehältern teilweise deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt aller Branchen. Beispielhaft ist das Einstiegsgehalt im FB Traineeprogramm, das rund 2.300 Euro unter dem Branchendurchschnitt angesiedelt ist.

Für Berufseinsteiger ist in diesem Zusammenhang interessant, in welchen PLZ attraktive Einstiegsgehälter gezahlt werden. Dafür werden nachfolgend die PLZ 0 bis 3 (Norden, Mitte und Osten Deutschlands) und 6 bis 9 (Mitte- und Süddeutschland) untersucht.

Das Ergebnis: Die Datensätze weisen für die PLZ 0 bis 3 bezogen auf den Gesamtdurchschnitt aller Branchen Aufschläge aus, für das Einsatzfeld Vertrieb in Höhe von bis zu 3.000 Euro und für den IT-Bereich von bis zu 1.500 Euro. Lediglich das Traineeprogramm verzeichnet geringe Abschläge bis rund 200 Euro.

Damit behaupten sich die drei Einsatzfelder bei der Attraktivität der Einstiegsgehälter auch in verhältnismäßig strukturschwachen Regionen Deutschlands.

Abbildung: Durchschnittliche Einstiegsgehälter für Funktionsbereiche in den PLZ; Quelle: alma mater GmbH 2009

Die drei FBs zeigen bei der Betrachtung der Einstiegsgehälter gemessen am Gesamtdurchschnitt der Branchen in Bezug auf die PLZ 6 bis 9 teilweise Aufschläge. Mit diesen kann lediglich der IT-Bereich aufwarten. Es können dort rund 1.200 Euro erzielt werden.

Einmal mehr zeigt sich an dieser Stelle bei der Vergütung für Berufseinsteiger die überregionale Attraktivität des Einsatzbereiches IT, da es sowohl in den niedrigen als auch in den hohen PLZ nahezu gleichbleibend hohe Aufschläge verzeichnet.

Zwischenfazit

In den auf der Basis der ausgewählten FBs in Bezug auf den entsprechenden PLZ und die dort durchschnittlichen Verdienstmöglichkeiten bleibt festzuhalten, dass keine Umkehrung des Süd-Nord-Gefälles für die Consulting-Branche identifizierbar ist. Der Funktionsbereich IT ist regional übergreifend attraktiv vergütet und erzielt Aufschläge.

Vergleich

Welche Rückschlüsse können abschließend aus den vorherigen Ergebnissen zu den Einstiegsmöglichkeiten für Absolventen und Praktikanten in der Branche Consulting gezogen werden?

  • Absolventen, die sich für die Branche Consulting im Rahmen ihres Studiums qualifiziert haben, erwarten befriedigende Einstiegsgehälter, die sich unter dem Durchschnitt aller Branchen befinden.
  • Insbesondere Einsatzfelder wie Marketing, Personalwesen und Traineeprogramm erzielen deutliche Abschläge, nur im IT-Bereich sind Aufschläge zu verzeichnen.
  • Für Praktikanten und Abschlussarbeiten bieten sich durchschnittliche bis überdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten.
  • Die Consulting-Branche setzt sich überwiegend aus KMU mit einer Größe von bis zu 1.000 Mitarbeitern zusammen.
  • Regionale Gehaltsunterschiede sind innerhalb der Consulting-Branche zu beobachten. Im Gegensatz zum Gesamtdurchschnitt aller Branchen kommt es hier aber nicht zu einer Umkehrung des Süd-Nord-Gefälles bei den Einstiegsgehältern.

Interessante Ergebnisse. Was meint Ihr dazu?

Johannes vom Gehälterblog

In der neuen Reihe Gehaltscheck informiert Euch das Gehälterblog über branchenspezifische Verdienstmöglichkeiten für Berufseinsteiger mit akademischem Backround. Den Anfang macht die IT-Branche.  Auf der Basis des Ergebnisberichtes zur Gehaltsstudie 2009 „Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen und Praktikanten“ von alma mater, die seit 2005 jährlich erscheint, stellt sich die Frage nach Unterschieden bei der Vergütung für die einzelnen Funktionsbereiche (FB) in ausgewählten Branchen.

Dazu werden die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen in den unterschiedlichen FBs der Unternehmen überprüft. Hierbei handelt es sich um Jahresgehälter vor Steuern. Als FB werden diejenigen Berufsfelder definiert, in welchen Absolventen nach ihrem Studium arbeiten wollen bzw. sich dafür während ihres Studiums qualifiziert haben.

In Bezug auf die FBs ist anzumerken, dass nicht alle bei Unternehmen auf Interesse stoßen müssen, wie etwa Fertigung oder Forschung und Entwicklung (F&E). Dies hat seine Ursache darin, dass in verschiedenen Branchen die Unternehmen beispielsweise weder über eine Fertigung oder eine F&E-Abteilung verfügen. Zudem kann es sein, das aufgrund geringer Nennungen FBs nicht in die Auswertung miteinfließen.

Grundsätzlich ist in der vorliegenden Betrachtung zu berücksichtigen, dass Hochschulabsolventen insbesondere in den FBs IT und Vertrieb ider IT-Branche grundsätzlich im Vergleich zum Branchendurchschnitt höhere Verdienstmöglichkeiten besitzen. Dies gilt für klassische Servicefunktionen wie Marketing oder Personal nicht.

Die vorliegende Analyse basiert auf den Rohdaten der Gehaltsstudie – 4.224 Gehaltsangaben von 685 Unternehmen –, die entsprechend der Fragestellung ausgewertet wurden.

Verdienstmöglichkeiten in der IT-Branche

Insgesamt belegen die Daten der Umfrage zur Gehaltsstudie 2009, dass in der IT-Branche die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen gemessen am Durchschnitt aller Branchen niedriger ausfallen.

Betrachtet man die einzelnen FBs, ist festzustellen, dass in den einzelnen Berufsfeldern Abschläge von bis zu 20% zu verzeichnen sind. Dabei weisen die Einsatzbereiche Vertrieb, IT-Bereich und Fertigung noch die geringsten Abschläge auf. Die höchsten Abschläge entfallen auf die Einsatzbereiche Personalwesen, Einkauf, Marketing und Traineeprogramm.

Darüber hinaus verdeutlichen die Rohdaten der Gehaltsstudie 2009, dass Praktikanten sowie Studenten im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten in der IT-Branche in Bezug auf den Durchschnitt aller Branchen leicht darüber liegende Vergütungen zu erwarten haben. Der Aufschlag bei Abschlussarbeiten kann dabei bis zu 100 Euro betragen.

Zwischenfazit

Die IT-Branche bietet Berufseinsteigern im Vergleich zum Gesamtdurchschnitt aller Branchen in den untersuchten FBs befriedigende Verdienstmöglichkeiten. Davon zum Teil ausgenommen sind allerdings Praktikanten und Abschlussarbeiten.

Unternehmensgröße in der Branche IT

Betrachtet man auf Basis der Primärdaten die IT-Branche im Hinblick auf die Größe der vorhandenen Unternehmen, so ergibt sich folgendes Bild: Von den insgesamt 393 Nennungen entsprechen 45% einer Größe bis 100 Mitarbeitern.

Mittlere Unternehmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitern sind mit rund 35% vertreten. Ein knappes Viertel der in der IT-Branche vertretenen Unternehmen besitzt eine Größe von mehr als 1.000 Mitarbeitern.

Bei einer Addition kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) wird deutlich, welches Gewicht diese Unternehmen bei der Zusammensetzung der IT-Branche besitzen: Mit rund 80% stellen sie den Löwenanteil an der Gesamtstruktur der Branche.

Zwischenfazit

Lediglich ein knappes Viertel aller Unternehmen in der IT-Branche besitzt eine Unternehmensgröße von über 1000 Mitarbeitern. Da die die Branche tendenziell eine Vielzahl an Freiberuflern und Selbständigen aufweist, erklärt sich daraus die „Vorherrschaft“ der KMU sowie die gemessen am Branchendurchschnitt niedrigen Verdienstmöglichkeiten. Letzteres steht auch im Zusammenhang mit dem massiven Stopp bzw. der Kostenoptimierung von IT-Projekten aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Regionale Gehaltsunterschiede in der IT-Branche

Bei der Untersuchung der regionalen Vergütungsstrukturen in der IT-Branche ergibt sich folgendes Bild: Die drei FBs IT, F&E und Vertrieb weisen die meisten Nennungen über alle Postleitzahlbereiche (PLZ) hinweg auf. Sie liegen bei den Einstiegsgehältern teilweise deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt aller Branchen. Beispielhaft ist das Einstiegsgehalt im FB F&E, das rund 2.000 Euro unter dem Branchendurchschnitt angesiedelt ist.

Für Berufseinsteiger ist in diesem Zusammenhang interessant, in welchen PLZ attraktive Einstiegsgehälter gezahlt werden. Dafür werden nachfolgend die PLZ 0 bis 3 (Norden, Mitte und Osten Deutschlands) und 6 bis 9 (Mitte- und Süddeutschland) untersucht.

Das Ergebnis: Die Datensätze weisen für die PLZ 0 bis 3 bezogen auf den Gesamtdurchschnitt aller Branchen Aufschläge aus, für die Einsatzfelder IT und Vertrieb von rund 3.00 Euro. Der Einsatzbereich F&E verzeichnet allerdings Abschläge von rund 1.000 Euro.

Damit können sich die drei Einsatzfelder insgesamt bei der Attraktivität der Einstiegsgehälter in verhältnismäßig strukturschwachen Regionen Deutschlands behaupten.

Abbildung: Durchschnittliche Einstiegsgehälter für Funktionsbereiche in den PLZ; Quelle: alma mater 2009

Die drei FBs zeigen bei der Betrachtung der Einstiegsgehälter gemessen am Gesamtdurchschnitt der Branchen in Bezug auf die PLZ 6 bis 9 Aufschläge. Diese liegen zwischen ca. 500 Euro bis rund 13.000 Euro. Dabei weist vor allem das Einsatzfeld F&E hohe Aufschläge aus.

Einmal mehr zeigt sich an dieser Stelle bei der Vergütung für Berufseinsteiger die überregionale Attraktivität der Einsatzbereiche IT und Vertrieb, da diese sowohl in den niedrigen als auch in den hohen PLZ Aufschläge verzeichnen.

Zwischenfazit

In den auf der Basis der ausgewählten FBs in Bezug auf den entsprechenden PLZ und die dort durchschnittlichen Verdienstmöglichkeiten bleibt festzuhalten, dass keine Umkehrung des Süd-Nord-Gefälles für die IT-Branche identifizierbar ist. Der Funktionsbereich F&E ist regional übergreifend attraktiv vergütet und erzielt vor allem im süddeutschen Raum hohe Aufschläge. Dies deutet daraufhin, dass die dortigen Bundesländer Wirtschaftsstandorte mit forschungsintensiven Arbeits- und Produktionsprozessen beherbergen.

Vergleich

Welche Rückschlüsse können abschließend aus den vorherigen Ergebnissen zu den Einstiegsmöglichkeiten für Absolventen und Praktikanten in der IT-Branche gezogen werden?

  • Absolventen, die sich für die IT-Branche im Rahmen ihres Studiums qualifiziert haben, erwarten im klassischen IT- und Sales-Bereich überdurchschnittliche Einstiegsgehälter. In Bereichen der IT-Branche wie Marketing oder Personal liegen die Einstiegsgehälter teilweise unter dem Durchschnitt aller Branchen.
  • Insbesondere Einsatzfelder wie Einkauf, Marketing, Personalwesen oder Traineeprogramm erzielen zum Teil hohe Abschläge.
  • Für Praktikanten und Abschlussarbeiten bieten sich durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten.
  • Die IT-Branche setzt sich überwiegend aus kleinen und mittleren Unternehmen mit einer Größe bis zu 1.000 Mitarbeitern zusammen.
  • Regionale Gehaltsunterschiede sind innerhalb der Branche Finance zu beobachten. Im Gegensatz zum Gesamtdurchschnitt aller Branchen kommt es hier aber nicht zu einer Umkehrung des Süd-Nord-Gefälles bei den Einstiegsgehältern.

Was meint Ihr zu den vorliegenden Ergebnissen?

Johannes vom Gehälterblog

Quelle: FAZ am Sonntag, 17.01.2010

Quelle: FAZ am Sonntag, 17.01.2010

Dieses Gehalts-Ranking erschien neulich in der FAZ am Sonntag, genauso wie der GFK-Vertrauensindex 2009, der zeigt, wie angesehen welche Beruf bei den Deutschen sind:

Wie angesehen die Berufe sind

Jetzt kann man natürlich im Hinblick auf den Titel dieses Artikels folgende Gleichung aufstellen: Ärzte sind fein raus, denn sie verdienen rund 6.400 Euro brutto pro Monat und haben mit knapp 90% ein verdammt gutes Ansehen. Beides zusammengenommen ergibt einen (soziale) Status innerhalb der Gesellschafft, den kaum eine andere Gruppe erreicht.

In der Konsequenz heißt das: Wir werden alle sofort Ärzte, hehe. Nein im Ernst, die FAZ hat ihren Artikel ja nicht umsonst mit diesem Titel versehen: Das gespaltene Land. Aber warum? Nur weil Einige mehr verdienen als andere?

Fortsetzung folgt. Diskussion ist eröffnet :)

Johannes vom Gehälterblog

Eben fand ich einen interessanten Artikel beim Nachrichtensender n-tv: Welche Abschlüsse sich rechnen – Absolventengehälter im Vergleich

Darin äußern sich die Hochschulexperten Harald Schomburg vom INCHER an der Uni Kassel, Kolja Briedis vom HIS und der Geschäftsführer des IW Köln, Hans-Peter Klös, zum Aspekt der Studienwahl und des Studienabschlusses in Bezug auf das spätere Gehalt als Berufseinsteiger sowie langfristig.

Das spätere Gehlat ist nicht nur in Relation zum Studienfach zu sehen, sondern auch zur Art der Hochschule (FH oder Uni) sowie zum Studienabschluss (Bachelor oder Master).

Zunächst belegt die Studie zur Auswertung von etwa 35.000 Absolventen des Jahrganges 2007, an welcher Schomburg mitgewirkt hat,  daß die Gehälter für Bachelors beim Einstiegsgehalt gegenüber Studenten mit längeren Studienzeiten und damit traditionellen  Studienabschlüssen wie dem Diplom im Nachteil sind. Sie müssen mit Abschlägen von 15 bis 20% rechnen. Dahinter verbirgt sich ja letztendlich auch die Akzeptanz des Bachelors bei den Unternehmen. Diese hat alma mater im Rahmen der Detailanalyse “Wie steht es um die Einstiegsmöglichkeiten von Bachelor-, Master- und Diplom-Absolventen?” untersucht. “Die schwierigen Einstiegschancen für BA-Absolventen könnten zur Konsequenz haben, dass diese mit dem MA einen weiterführenden- und qualifizierenden Studienabschluss erlangen müssen, um ihre Jobperspektiven zu verbessern.” Die kurze Analyse auf de rBasis der Ergebnisse der Gehaltsstudie 2009 steht nach einer kurzen Registrierung bei alma mater zum Download bereit.

Der Artikel wirdmet sich folgerichtig der Frage, ob langfristig weiterhin eine Einkommensdifferenz zu beobachten ist. “Bei Ingenieuren zum Beispiel ist das nicht so, wie eine Studie vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln ergeben hat: “Nach drei bis fünf Berufsjahren nähern sich die Gehälter an”, erläutert der Geschäftsführer Hans-Peter Klös. Dann erreichen Bachelorabsolventen bei 80 Prozent der 1753 befragten Unternehmen das gleiche Gehalt wie Ingenieure mit Diplom. Der Satz “Der Bachelor ist ein Zweite-Klasse-Abschluss” ist also nur die halbe Wahrheit.

Den Master (MA) in kurzer Zeit zu machen zahlt sich aus. Nach der Studie der Uni Kassel haben regulär Beschäftigte mit einem Bachelor einer Fachhochschule nach 18 Monaten ein Einkommen von 2635 Euro brutto, bei Uni-Abgängern sind es 2241 Euro. MA-Absolventen liegen mit Werten von 3284 Euro (FH) und 2803 Euro (Universität) deutlich darüber.”

Briedis vom HIS erklärt darüberhinaus, daß Absolventen der Universität gegenüber ihren Kommilitonen von der Fachhochschule langfristig mit ihrem Abschluss mehr verdienen. “So verdienen vollzeitbeschäftigte Uni-Absolventen zehn Jahre nach ihrem Abschluss im Schnitt 64.300 Euro brutto im Jahr – bei der Fachhochschule sind es nur 59.400 Euro. Das HIS hat mehr als 5000 Absolventen mehrmals innerhalb von zehn Jahren befragt.”

Die Differenz im Beispiel sowie anhnad einzelner Fächer führt Briedis letztendlich darauf zurück, daß in Deutschland stark nach dem formalen Abschluss vergütet wird. “Bei den alten Abschlüssen zähle einer der Uni daher oft noch mehr als einer der FH. Die “Demarkationslinie” werde sich aber verschieben und künftig eher zwischen Bachelor und Master liegen.”

Hingengen überholen FH-Absolventen beim Berufseinstieg mit ihrem Einstiegsgehalt Uni-Absolventen: “1,5 Jahre nach dem Abschluss beträgt das monatliche Bruttoeinkommen von regulär erwerbstätigen Uni-Absolventen im Schnitt 2768 Euro – bei der Fachhochschule sind es 2852 Euro. Und Ausnahmen bestätigen die Regel: So verdienen zum Beispiel FH-Informatiker (77.300 Euro) laut dem HIS nach zehn Jahren im Schnitt deutlich mehr als ihre Uni-Kollegen (70.800 Euro).”

Abschließend stellt der Artikel die Studienfächer in den Mittelpunkt und was man mit ihnen langfristig verdienen kann. Nun, daß Geistes- und Sozialwissenschaftler weniger verdienen als etwa Absolventen der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften), dürfte inzwischen auch dem Letzten klar geworden  sein.

“Hohe Gehaltsaussichten versprechen laut Briedis zum einen die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Maschinenbauer mit Uni-Abschluss etwa haben ein Jahreseinkommen von 76.200 Euro. Aber auch bei Wirtschaftswissenschaftlern von der Uni kann sich das Gehalt mit 77.800 Euro sehen lassen. [...] Manche neuartigen Fächer sind dagegen einträglicher als Traditionsdisziplinen: Wirtschaftsingenieure etwa gehören mit mehr als 100.000 Euro im Jahr zu den Topverdienern unter Absolventen.”

Um Irritationen vorzubeugen: Diese Gehaltsaussichten gelten für Studienabgänger dieser Fächer nach 10 Jahren und nicht für den Berufseinstieg. Könnte ja sein, daß jemand auf die lustige Idee kommt, den aus der Praxis weiß man ja, daß der eine oder andere Absolvent dazu neigt, entweder eine viel zu hohe oder viel zu niedrige Gehaltsvorstellung abzugeben…

Insgesamt ist es ein interessanter weil mit Experten- und Fachwissen gespickter Artikel, der Absolventen durchaus Anregungen mit auf den Weg geben kann. Allerdings sollte man grundsätzlich als Absolvent nicht zuallererst auf das Gehalt beim Berufseinstieg schielen, sondern auf das Gesamtpacket, das mit einer Stelle verbunden ist. Sonst kann es nämlich passieren, daß man erst gar nicht in den Genuss eines Jobs kommt.

Johannes vom Gehälterblog

Ich habe im eigenen Interesse, weil wir eine Übernahme unseres PR-Volontärs planten mal die Verdienstsituation im Bereich Junior-Referenten PR/Medien recherchiert. Und da hat es mir schon ein bisschen die Socken ausgezogen, denn die Verdienstmöglichkeiten in dem Marktsegment sind gelinde gesagt nicht so doll.

Recherchen auf Seiten wie Gehaltsvergleich, Gehaltscheck und den Community-Foren bei XING ergab immer ein ähnliches Bild. Die Verdienstmöglichkeiten liegen hier – berücksichtigt man, dass überwiegend Leute mit akademischem Abschluss gesucht werden – unterduchschnittlich.

Ich will meeeeehr

"Ich will meeeeehr"

Gehaltsvergleich schreibt zum Beispiel: “Klassischerweise haben PR-Berater und -Manager ein Kommunikations- oder Journalismusstudium absolviert. Heute bestehen aber auch Einstiegsmöglichkeiten als Trainee oder Volontär. [..] Beim Karrierestart als PR-Assistent wird ein Einstiegsgehalt von 25.000 gezahlt. PR-Juniormanager erhalten ein Einkommen von rund 31.500 Euro. Bei einem Seniorberater liegt der Verdienst bei rund 50.000 Euro und mehr.”

Wir haben nachgerechnet: Ein PR-Assistent käme mit 25.000 Euro pro Jahr dann auf ein Nettomonatsgehalt von 1.353 Euro (lt. Gehaltsrechner von nettolohn.de) – nicht so prall.

Eine genaue Analyse der teilweise sehr langen Threads bei Xing & Co. hat ergeben, dass Einsteiger in die PR-Branche ziemlich kurz gehalten werden. Einige Schreiber gaben an, dass sie auch über längeren Zeitraum mit Gehältern um 20.000 Euro konfrontiert sind. Einhellige Meinung ist, dass Agenturen tendenziell weniger bezahlen als Verlage und Unternehmen.

Wie sind Eure Erfahrungen?

Jürgen vom Gehälterblog

Ich möchte hier kurz mal eine Erfahrung weitergeben, die ich kürzlich im Rahmen einer Vermittlung eines Kandidaten gemacht habe. Das war eine interessante Begegnung, die eindrücklich unter Beweis stellt, dass auch Timing beim Berufseinstieg ein sehr erfolgskritisches Kriterium ist.

Im Rahmen der Karriereberatung bin ich mit einem jungen Elektroingenieur ins Gespräch gekommen. Folgendes vorab: Das Kandidat war das, was man gemeinhin als High Potential bezeichnet.

Nach einem Informationstechnikstudium als Bachelor an einer nordbadischen Fachhochschule und mehreren Praktika hat sich der Kandidat für ein Master-Studium an der TU München entschieden. Er hat auch dort diverse Studienpraktika und einen Auslandsaufenthalt absolviert. Neben sehr guten Noten konnte er sogar eine Lehrbeauftragtenposition an seiner ehemaligen FH in die Waagschale werfen.

Als wir ihn zu seinen Gehaltsvorstellungen nach dem Master-Studium befragten, gab er 47.000 Euro Jahresgehalt als Wunsch an. Jetzt sind 47.000 Euro im Spätsommer 2009 der auslaufenden Wirtschaftskrise ein ambitioniertes Ziel. Klar, der Bewerber ist topp und hat grundsätzlich alles richtig gemacht. Großunternehmen sollten den Gehaltswunsch auch erfüllen können. Gerade die Großunternehmen halten sich aber bei der Einstellung von Einsteigern arg bedeckt.

Kurzum: 47.000 Euro sind aktuell auch für wirklich gute Bewerber im Ingenieurfach nicht einfach zu verhandeln.

Auf seine Verhandlungsbereitschaft hin befragt, signalisierte unser Mann Offenheit. Er war aber überrascht, denn als er seinen Bachelor-Abschluss frisch in der Tasche hatte, hat er Angebote für rund 45.000 Euro angeboten bekommen. 2.000 Euro Aufschlag für ein Master-Studium an einer Elite-Uni erschienen ihm nicht zu viel.

Bild gefunden bei www.focus.de

Bild gefunden bei www.focus.de


Hier kann jeder deutlich sehen, was Timing ausmacht. Hätte unser Kandidat im Herbst 2007 auf dem Hype des Wirtschaftswachstums den Berufseinstieg gemacht, hätte er zwischenzeitlich 90.000 Euro verdient. Es wird ein paar Jahre dauern, bis er das mit dem besseren Master-Abschluss reingeholt hat. In diesem Fall hat sich zumindest auf kurze Sicht der Master-Abschluss nicht gelohnt.

Timing ist alles – und das nicht nur an der Börse.

Jürgen