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Gehälter Blog

Informationen, Tipps und Trends rund um Karriere, Gehalt, Gehaltsverhandlung und Vergütung

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Category: Gehaltsverhandlung

Es ist ja wirklich kein Geheimnis, dass der Erfolg von Gehaltsverhandlungen von der Vorbereitung abhängt. “Hey Boss, ich brauche mehr Kohle! Warum? Ich habe zu hohe Ausgaben! Aha. …” haut wahrscheinlich nicht hin. Also: Hinsetzen, Argumente sammeln, was kann/will ich zukünftig für die Firma erreichen und warum sollte das meinem Boss mehr Geld wert sein. Das ist nicht einfach, aber ohne Vorbereitung kann die Gehaltsverhandlung zum Fiasko geraten.

Im Internet haben wir ein cooles Video von einem jungen IT-Consultant gefunden, der sich bei Berufseinstieg etwas zu schlecht verkauft hat und sich überlegt, wie er nach 1-2 Jahren die Gehaltsverhandlungen mit seinem Chef angehen soll.

Als Systemanalytiker erinnert er sich an die Spieltheorie aus seinem Studium. Damit kann der junge Mann eine gute Gehaltssteigerung für sich rausholen. Pretty cool. Here we go!

Also Freunde der Kunst. Keine Angst vorm Verhandeln. Wenn Ihr einen guten Job macht, wird Eurem Chef schon an Eurem Wohl gelegen sein :-)

Machts gut. Euer Jürgen vom Gehälterblog

Diese Woche wurden wir zu zwei interessanten Interviews zu den Themen Berufseinstieg von Absolventen und den Gehaltschancen gebeten. Die Gehaltsstudie von alma mater scheint nun im 5. Jahr zunehmend Resonanz bei der Presse zu finden. Das freut uns. :-)

Mitte Oktober wird in der Süddeutschen Zeitung in der Beilage “Uni und Beruf” ein interessanter Artikel von Nicola Holzapfel erscheinen. Sie ist eine renommierte Gehaltsspezialistin und hat auch bereits ein interessantes Buch zu dem Thema veröffentlicht (“Ich verdiene mehr Gehalt. Was Sie für Ihre erfolgreiche Gehaltsverhandlung wissen müssen”).

Ferner werden in Kürze einige Expertenstatements von alma mater in der Schwäbischen Zeitung abgedruckt.

Ein weiterer interessanter Artikel zum Thema “Akzeptanz des Bachelor-Abschlusses in der Wirtschaft” wird in einer der nächsten Ausgaben von Personalwirtschaft erscheinen. Vielen Dank allen Pressevertretern! Anfragen beantworten wir gerne unter pr@alma-mater.de

Klar will jeder ein gutes Gehalt für seine Arbeit und wer Erfahrung sammelt – sei es im Job oder in einem Aufbaustudium. Das soll auch so sein. Ich möchte heute aber mal ein Thema ansprechen, mit dem wir bei alma mater in Vermittlungsprojekten aktuell häufiger konfrontiert sind. Und da ich glaube, dass es nicht nur uns betrifft, sondern allgemeingültig ist, stelle ich den Beitrag aufs Gehälterblog.

Kohle-Arbeisbedingungen

(gefunden bei: http://karikatur.augsten.at)

Entgegen der Aussage obiger Kalkulation ist gerade jetzt in der andauernden Wirtschaftskrise bei Unternehmen nicht genug “Kohle” da. Gerade die Unternehmen, die heuer gute Jobangebote im Angebot haben, z.B.  Ingenieursdienstleister, Projektdienstleister, Beratungsfirmen stehen von Ihrer Kundenseite mächtig unter Druck. Zu tun gibt es genug, aber die Kunden (oft die Großindustrie) möchte wenig dafür ausgeben. :-( Das ist die traurige Realität.

Und diese Realität trifft angehende Master-Absolventen oder Young Professionals mit voller Wucht. Unser Bewerber Fritz Meier (Name geändert) möchte mit seinem Master in Signalverarbeitung von der TU München 48.000 Euro verdienen. Er hält das gerechtfertigt weil er nach seinem FH-Diplom bereits 45.000 Euro als Einstiegsgehalt geboten bekommen hat. Rund 6 % Aufschlag für einen Master an der Elite-Uni (was auch immer das sein mag) sind da doch wohl wirklich nicht zu viel, meint er. Und damit hat er auch recht – zumindest ceteris paribus auf der Mikroebene besehen.

Der Knackpunkt ist aber folgender: Die 45.000 Euro hat Fritz angeboten bekommen, da war die Weltwirtschaft am Brummen. Es wurde produziert was das Zeug hielt und gute E-Techniker waren rar gesät. Der War for Talents beflügelte die Angebote und 45.000 Euro waren sogar für blutige Anfänger ein realistisches Ziel – zumindest in mittelgroßen bis großen Unternehmen. Jetzt sind die Kapazitäten in vielen Firmen viel zu groß, die Aufträge rückläufig und neue Positioen werden sehr gezielt und nur sporadisch besetzt.

Aktuell müssen Absolventen aber kleinere Brötchen backen und das führt zur vermeintlich paradoxen Ergebnis, dass Kandidaten, die heuer den Jobeinstieg suchen, eventuell mit einem geringeren Gehalt Vorlieb nehmen müssen als vor 1,5 Jahren mit einer “schlechteren” Qualifikation. Das ist der Effekt des Marktes.

Aber die Zeiten werden wieder besser. Davon bin ich überzeugt. Mit einer guten Qualifikation, einigen Jahren Berufserfahrung und besserer Konjunktur können die Absolventen von heute in der nahen Zukunft wieder Boden gut machen. Karriereberatungen wie alma mater stehen gerne hilfreicht zur Seite.

Viele Grüße und alles Gute
Euer Jürgen vom Gehälterblog

Immer wieder fragen uns Bewerber: “Wie soll ich in der Gehaltsverhandlung agieren?”. Wie so oft gibt es hier natürlich verschiedene Verhaltensstrategien. Fragt der Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch nach den Gehaltsvorstellungen, die ich habe, gibt es grundsätzlich mal vier Reaktionsmöglichkeiten:

  1. Ich nenne mein Wunschgehalt und lege noch ein Sicherheitspolster oben drauf. Der Arbeitgeber will mich sicher runterhandeln.
  2. Ich nenne meine Untergrenze, denn ich will unbedingt den Job.
  3. Ich nenne eine Gehaltsbandbreite, in der sich mein Gehalt bewegen sollte.
  4. Ich druckse rum. “Mhmm … das kommt drauf an, mmhhmm”.

Wie unschwer herauszulesen ist, halten wir bei alma mater die Strategien 1-3 für sinnvoll, von Strategie 4 raten wir ab.

Gerade Berufseinsteigern, die ihren Marktwert noch nicht so gut einschätzen können, weil ihnen der berufliche Hintergrund fehlt, raten wir dringend zu Strategie Nr. 3 und zwar aus folgenden Gründen:

  • Ihr bleibt flexibel und lasst dem Unternehmen einen Spielraum. Gehälter sind sehr stark von verschiedenen Einflussfaktoren (Firmengröße, Region, Branche, Kunden, Konjunktur) abhängig. Eine zu starre Forderung zwingt den Arbeitgeber evtl. die Gespräche abzubrechen.
  • Die überwiegende Zahl der Arbeitgeber ist i.d.R. nicht daran interessiert, die Bewerber runterzuhandeln und zu unfairen Konditionen “einzukaufen”. Warum? Arbeitgeber sind nicht dumm. Sie wissen, dass die Mitarbeiter sich informieren und ggf. einen neuen Job mit besseren Perspektiven suchen. Und das passiert dann meist, wenn der Mitarbeiter richtig eingearbeitet ist. Ein GAU für jeden Arbeitgeber.
  • Ein flexibler Korridor zeigt auf, dass es Euch als Arbeitnehmer nicht nur ums Geld geht. Klar möchte jeder gut bezahlt werden. Arbeitgeber stellen aber lieber Mitarbeiter ein, die nicht nur als “Söldner”, sondern mit Leidenschaft am Werk sind.
  • Das Einstiegsgehalt ist häufig nur eine Leistungskomponente. Viele Arbeitgeber bieten neben dem Gehalt weitere soziale Nebenleistungen. Gerade Berufsstarter sollten auf Weiterbildungsmöglichkeiten, Trainings und weitere Bausteine achten. Damit könnt Ihr Euren Marktwert deutlich steigern und die Jobsicherheit erhöhen.

Eckdaten für die Kalkulation realistischer Gehaltskorridore können Gehaltsstudien wie die von alma mater bieten. Hier könnt Ihr vergleichen, was in verschiedenen Branchen, Regionen und Firmen bezahlt wird. Wichtig ist dann immer noch ein selbstkritischer Blick auf die tatsächliche Eignung für die einzelne Stelle. Passt Ihr sehr gut auf die Pflichtkriterien, bringt sogar Wunschkenntnisse mit, dürft ihr aufrunden. Ist die Stelle interessant für Euch, ihr könnt aber das eine oder andere Pflichtkriterium nicht erfüllen, ist Zurückhaltung angesagt.

Mit diesem Sich-Selbstbewusstsein sollte einem marktgängigen, fairen Gehalt nichts im Wege stehen. Und: Das erste Einstiegsgehalt ist schließlich nicht alles. Seid Ihr erst mal im Job, leistet gute Arbeit und kommt in neue Verantwortung, dann stehen irgendwann auch Gehaltserhöhungen an.