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Gehälter Blog

Informationen, Tipps und Trends rund um Karriere, Gehalt, Gehaltsverhandlung und Vergütung

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Tag: Bachelor

Hallo liebe Leser,

letzte Woche habe ich ja über die Gehaltsstudie 2011 über Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen berichtet und erwähnt, dass die Stuttgarter Personalvermittlung auch regelmäßig Detailanalysen veröffentlicht. Eine davon wurde letzten Monat durchgeführt und beleuchtet die Einstiegsgehälter hinsichtlich der Abschlüsse Bachelor, Master und Diplom. Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines JobSpezials mit dem Titel „Was zahlt sich aus: Bachelor, Master oder Diplom?“ öffentlich auf Seite gestellt. Zudem wird auch noch ein kurzes Überblick über die verschiedenen Abschlussarten gegeben und im Fazit gibt es ein paar interessante Denkanstöße, die man bei der Studienwahl hinsichtlich des Gehalts berücksichtigen sollte.

Das JobSpezial findet ihr übrigens „hinter“ diesem Link!

Viel Freude beim Lesen!

Sabrina vom Gehälterblog

Liebe Leser,

seit Kurzem gibt es eine Detailanalyse der alma mater Gehaltsstudie 2010 für IT’ler. Diese möchte ich euch nicht vorenthalten und werde Sie für euch in mehreren Schritten zusammenfassen:

Berufseinsteiger mit IT-Hintergrund bekommen jährlich minimal 18.000 € und maximal 67.100 € brutto. Eine Gehaltsspanne, die von den Machern der Studie genauer analysiert wurde.

Funktionsbereich IT allgemein
Der Funktionsbereich IT ist eines der 9 Berufsfelder, für den die Personalverantwortlichen, die an der Studie teilgenommen haben, Zahlen zur Bezahlung von Berufseinsteigern mit Hochschulabschluss machten. Zur Auswahl standen: Einkauf, Marketing, Vertrieb, Forschung & Entwicklung, IT-Bereich, Fertigung, Finanzwesen & Controlling, Personalwesen, Traineeprogramm.
Der Durschschnitt, der in der Gehaltsstudie mit dem Median bestimmt wurde (also der Wert, über dem und unter dem jeweils 50% der Angaben liegen) liegt bei 40.000 € brutto pro Jahr. Das ist etwas mehr als der Durchschnitt aller Einstiegsgehälter (39.933 €). Fünrig Prozent der Bruttogehälter in IT-Funktionen liegen zwischen 36.000 € und 43.000 € per annum.
Der Funktionsbereich IT ist auch im Vergleich zu anderen Funktionen auf jeden Fall attraktiv, was die Bezahlung angeht. Abgeblich haben nur Absolventen in der Forschung und Entwicklung wirklich bessere Chancen auf ein höheres Einkommen. Diese erhalten durchschnittlich 41.500 € pro Jahr. In der Fertigung liegt das 1. Quartil 2.000 € und das dritte Quartil 1.000 € höher als die jeweiligen Quartile im IT-Bereich. Dennoch ist der Median gleich hoch. Dasselbe gilt für Einkäufer und Berufseinsteiger im Controlling: hier liegen 50 % der Gehälter zwischen 37.500 €, bzw. 37.100 € und 44.000 €, der Median jedoch auch bei 40.000 €.

Einstiegsgehälter nach Funktion
Bildquelle: alma mater GmbH

Bachelor, Master – oder doch Diplom?

So sehr sich die Geister bei der Diskussion um die richtigen Abschlüsse für Ingenieure, ITler und andere MINT-Absolventen auch scheiden mögen, so eng liegen die Einstiegsgehälter für Absolventen mit Bachelor, Master und Diplom beieinander:
Der Durchschnitt, der übrigens auch hier mit dem Median bestimmt wurde, beträgt bei Bachelor-Absolventen im IT-Bereich 38.000 € und bei Masteranden sowie Diplomanden bei 40.000 € brutto pro Jahr. Dies entspricht einem monatlich extrem niedrigen Unterschied von 166,67 €, welcher nach Abzug der Steuern kaum merkbar sein dürfte. Ebenso geringe Differenzen weisen die Quartile auf und liegen bei 35.000 € (Bachelor), bzw. 36.000 € (Master und Diplom) sowie bei 40.000 € (Bachelor) und 42.000 € (Master und Diplom).

In den nächsten Tagen mehr zu diesem Thema.
Wir freuen uns auf eure Kommentare und Fragen!

Sabrina vom Gehälterblog

Die Wochenzeitung DIE ZEIT hat letzte Woche ein interessantes Interview mit mit Dr. Andreas Sarcletti zum Thema Praktika geführt.  Dr. Sarcletti ist Wissenschaftler und bei HIS im Unternehmensbereich Hochschulforschung zuständig für Absolventenstudien und lebenslanges Lernen. Da Interview bezieht sich auf die von ihm 2009 veröffentlichte Dissertation.

Kern des Interviews ist die Frage, welche Bedeutung Praktika für den Berufseinstieg besitzen, die während des Studiums absolviert wurden.

Sarcletti fest: “Praxiserfahrung ist ein wichtiger Faktor, aber nicht der entscheidende. Wichtiger sind die Abschlussnote, die Studiendauer und vor allem das studierte Fach. In einigen Bereichen haben diejenigen einen Vorteil, die schon eine fachnahe Berufsausbildung absolviert haben. Sie müssen sich im Studium nicht so sehr um Praxiserfahrungen bemühen.”

Im Hinblick auf den Nutzen von Praktika und Nebenjobs äußert er: “Etwa ein Fünftel der offenen Stellen besetzen Unternehmen mit Absolventen, die sie bereits aus einem Praktikum oder von einem Nebenjob kennen.”

Interessant ist auch der Aspekt der “Generation Praktikum”, der immer wieder durch die Medien geistert sowie der ideale  Zeitpunkt während des Studiums, ein Praktikum zu absolvieren: “Es gibt natürlich Praktika, in denen Studenten ausgebeutet werden und nur Routinetätigkeiten verrichten. Ein gutes Praktikum aber bietet einen höheren Lerneffekt als die studentische Erwerbstätigkeit, zumindest wenn man denselben Zeitraum betrachtet. Insgesamt haben Praktika am Ende des Studiums den größten Nutzen. Die Studenten haben mehr Hintergrundwissen und lernen so zielgerichteter dazu. Und das Knüpfen von Kontakten ergibt am Ende des Studiums natürlich mehr Sinn.”

Zum Schluss noch zwei Punkte, die auch immer wieder diskutiert werden, nämlich 1. Praktika nach dem Studium und 2. die Abhängigkeit einer Annahme eines Praktikums vom eigenen Geldbeutel.

Dazu Dr. Sarcletti: “Wer das nach dem Studium macht, hat es meist versäumt, vorher Praxiserfahrung zu sammeln. Wenn jemand gar nichts vorzuweisen hat, ist es verständlich, dass Arbeitgeber erst einmal nur ein Praktikum vergeben statt einer Festanstellung. [..]

Sehr stark ist der Zusammenhang nicht. [gemeint ist hier eigener Geldbeutel und Möglichkeit, ein Praktikum evtl. selbst zumindest teil zu finanzieren] Es ist aber sicherlich einfacher, zwei, drei Praktika während des Studiums zu absolvieren, wenn die entsprechende finanzielle Unterstützung vorhanden ist. Wenn man in München im Medienbereich studiert und ein Praktikum in Hamburg machen möchte, kostet das natürlich Geld. Für andere Studenten stellt sich die Frage gar nicht erst, sie können sich das nicht leisten.”

Was bleibt übrig? Vielleicht die Frage, warum Dr. Sarcletti von der Annahme ausgeht, daß jemand, der ein Praktikum nach dem Studium macht, es während des Studiums versäumt hat, Praxiserfahrung zu sammeln. Ist es nicht vielmehr s, daß gerade Absolventen der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie manch ein BWLer zurzeit (möglichweise grundsätzlich) vor dem Problem stehen, keinen Job nach ihrem Examen zu bekommen, weil sie noch zu “frisch von der Uni” sind?

Da draußen gibt es durch aus junge Menschen, die Einiges während ihres Studiums angestellt haben (im Positiven Sinne, sprich Praktika und Nebejobs), jedoch keinen Zugang in die Unternehmen via Junior-Position/Traineeprogramm o.ä. bekommen und das zumeist mit der Begründung, daß sie über nicht genügend Berufserfahrung verfügen.

Und heutzutage im Bachelor/Master-Studiensystem kann man schon einmal die Frage stellen, wo sie die überhaupt sammeln sollen, wenn sie bei annahme von vornherein wissen, ein ganzes Jahr zu verlieren für drei Monate Praktikum…

Freu mich schon auf ein rege Diskussion…:)

Die von Dr. Sarcletti durchgeführte Absolventenstudie im Rahmen seiner Dissertation “Die Bedeutung von Praktika und studentischen Erwerbstätigkeiten für den Berufseinstieg. Studien zur Hochschulforschung 77. München: Bayerisches Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung. Zugl.: Bamberg, Universität, Dissertation, 2009″ steht beim Bayerischen Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung als PDF-Dokument zum Download bereit.

Johannes vom Gehälterblog

An dieser Stelle möchte ich auf eine aus meiner Sicht sehr sinnvolle Initiative aufmerksam machen.

Die Deutsche Telekom und PRAKTIKA führen eine deutschlandweite Studentenbefragung zum Thema “Studium und Praktikum” durch.

Hier kommen Studierende mit ihren Erfahrungen zu Wort. Die Ergebnisse werden vielen Unternehmen helfen, die Arbeitseinsätze im Rahmen von Praktika und Praxissemestern studiengerechter zu gestalten. Die Umfrage soll bis Ende Januar laufen. Die Ergebnisse werden auf dem Karriere-Portal www.Praktikumsfuehrer.de und bei kooperierenden Portalen wie z.B. www.alma-mater.de veröffentlicht.

Hier gehts zum Fragebogen

Seid so gut und nehmt an der Umfrage teil. In den letzten Jahren tun sich die Unternehmen zunehmend schwer, ihre Praktika an die neuen Studienbedingungen bei Bachelor/Master anzupassen und die Ergebnisse können hier wirklich beiden Seiten helfen. Eine echte win-win-Situation :-)

Mitmachen lohnt sich doppelt: Es gibt auch tolle Preise zu gewinnen.

Viele Grüße
Euer Jürgen vom Gehälterblog

Ich möchte hier kurz mal eine Erfahrung weitergeben, die ich kürzlich im Rahmen einer Vermittlung eines Kandidaten gemacht habe. Das war eine interessante Begegnung, die eindrücklich unter Beweis stellt, dass auch Timing beim Berufseinstieg ein sehr erfolgskritisches Kriterium ist.

Im Rahmen der Karriereberatung bin ich mit einem jungen Elektroingenieur ins Gespräch gekommen. Folgendes vorab: Das Kandidat war das, was man gemeinhin als High Potential bezeichnet.

Nach einem Informationstechnikstudium als Bachelor an einer nordbadischen Fachhochschule und mehreren Praktika hat sich der Kandidat für ein Master-Studium an der TU München entschieden. Er hat auch dort diverse Studienpraktika und einen Auslandsaufenthalt absolviert. Neben sehr guten Noten konnte er sogar eine Lehrbeauftragtenposition an seiner ehemaligen FH in die Waagschale werfen.

Als wir ihn zu seinen Gehaltsvorstellungen nach dem Master-Studium befragten, gab er 47.000 Euro Jahresgehalt als Wunsch an. Jetzt sind 47.000 Euro im Spätsommer 2009 der auslaufenden Wirtschaftskrise ein ambitioniertes Ziel. Klar, der Bewerber ist topp und hat grundsätzlich alles richtig gemacht. Großunternehmen sollten den Gehaltswunsch auch erfüllen können. Gerade die Großunternehmen halten sich aber bei der Einstellung von Einsteigern arg bedeckt.

Kurzum: 47.000 Euro sind aktuell auch für wirklich gute Bewerber im Ingenieurfach nicht einfach zu verhandeln.

Auf seine Verhandlungsbereitschaft hin befragt, signalisierte unser Mann Offenheit. Er war aber überrascht, denn als er seinen Bachelor-Abschluss frisch in der Tasche hatte, hat er Angebote für rund 45.000 Euro angeboten bekommen. 2.000 Euro Aufschlag für ein Master-Studium an einer Elite-Uni erschienen ihm nicht zu viel.

Bild gefunden bei www.focus.de

Bild gefunden bei www.focus.de


Hier kann jeder deutlich sehen, was Timing ausmacht. Hätte unser Kandidat im Herbst 2007 auf dem Hype des Wirtschaftswachstums den Berufseinstieg gemacht, hätte er zwischenzeitlich 90.000 Euro verdient. Es wird ein paar Jahre dauern, bis er das mit dem besseren Master-Abschluss reingeholt hat. In diesem Fall hat sich zumindest auf kurze Sicht der Master-Abschluss nicht gelohnt.

Timing ist alles – und das nicht nur an der Börse.

Jürgen

alma mater hat im Rahmen der Umfragedaten aus der aktuellen Gehaltsstudie 2009 eine Analyse durchgeführt und herausbekommen, in welchen Bereichen die Arbeitgeber besonders gerne Hochschulabsolventen ohne Berufserfahrung einstellen.

Wir haben erfahren, dass die Einstiegschancen durchaus unterschiedliche sind, nicht nur abhängig vom Studienfach und Noten. Nein, auch der Abschlussgrad spielt eine entscheidende Rolle.

Dabei kam heraus, dass die Mehrzahl der Firmen frischgebackene Bachelor-Absolventen meidet. Nur in den Funktionsbereichen Marketing und Informationstechnik (IT) stellt die Mehrheit Berufsanfänger mit dem neuen Studienabschluss ein. Die Kommilitonen mit Master und Diplom haben hier bessere Startbedingungen.

Diagramm 1: Einstiegsmöglichkeiten mit Bachelor, Master, Diplom

Verstärkt wird dieses Ergebnis durch die verfügbaren Einstiegsgehälter, die Bachelor-Absolventen im Vergleich zu Ihren Kollegen mit Diplom und Master beziehen können.

An den Ergebnissen der Gehaltsstudie 2009 war wie in den vergangenes Jahren ein klarer Trend abzulesen: Die Bachelor-Gehälter liegen weiterhin unter den Gehältern von Master- und Diplom-Absolventen. So müssen sich Bachelors mit rund 4 Prozent weniger Gehalt als ihre Kollegen mit Diplom zufrieden geben. Im Vergleich zu den Master-Absolventen liegt der Abschlag gar bei knapp 5 Prozent. Demgegenüber verstärkt sich in diesem Jahr die Angleichung der Master- und Diplom-Abschlüsse in Bezug auf die Einstiegsvergütung.