Die Gehaltsstudie 2012 – Der Countdown läuft

Liebe Leser des Gehälterblogs,

lange Zeit gab es auf diesem Blog keinen neuen Eintrag, doch ab heute ist es wieder soweit. Mein Name ist Marco und ich bin der Nachfolger von Sabrina bei alma mater. Mehr zu mir erfahrt Ihr auch auf dem Jobmobil-Blog, dort habe ich mich vor ein paar Monaten bereits vorgestellt.

Für heute habe ich eine kurze Info für Euch: Die alma mater Gehaltsstudie mit den Einstiegsgehältern für Hochschulabsolventen ist auch in diesem Jahr durchgeführt worden. Von Ende November bis Ende Februar hatten Unternehmensvertreter die Möglichkeit an der Umfrage zur Studie teilzunehmen. Letztendlich konnten wir einen neuen Teilnehmerrekord verbuchen. Zum ersten Mal in der Geschichte der alma mater Gehaltsstudie nahmen über 1.000 Unternehmen an der Befragung teil. Dabei kamen 6.327 Gehaltsangaben zusammen – eine gute Basis, um umfangreiche Analysen durchzuführen.

Die Auswertung der Studie ist momentan noch in vollem Gange. Die ganzen Zahlen wollen sortiert, ausgewertet, interpretiert und für Euch aufbereitet werden. Wir sind schon ein gutes Stück vorangekommen und werden Euch die gesamte Studie wohl in den nächsten Wochen wieder kostenlos zur Verfügung stellen. Bis dahin könnt Ihr Euch gerne die Gehaltsstudie aus dem Jahr 2011 downloaden. Dazu ist lediglich eine kostenlose Registrierung bei alma mater nötig.

Der Gehälterblog wird Euch in Zukunft über den aktuellen Stand der Studie auf dem Laufenden halten und auch einige Detailanalysen für Euch bereithalten.

Seid gespannt,

bis bald

Marco für den Gehälterblog

Was können Berufseinsteiger eigentlich als Trainee verdienen?

Hallo liebe Leser,

seit Kurzem gibt es auch eine Detailanalyse von Trainee-Gehältern. Hierbei handelt es sich um eine weitere Detailanalyse der alma mater Gehaltsstudie 2010. Man kann sie sich natürlich kostenlos komplett herunterladen aber ich dachte mir, ich schreibe euch eine kleine Zusammenfassung als Überblick!

Laut Studie verdienen Trainees verdienen jährlich zwischen 10.500 € und 60.000 € brutto. Dies sind natürlich nur die Extremwerte, die von den Respondenten angegeben wurden aber immerhin gut 50.000 € voneinander entfernt liegen. Zieht man zu den Extremwerten die Quartilswerte hinzu, wird die Gehaltsspanne ein wenig enger. Das durchschnittliche Trainee-Gehalt wurde in der Studie mit dem Median, über und unter dem jeweils 50 Prozent der Angaben liegen, bestimmt. Dies beträgt 38.000 €, was 1.933 € weniger als das allgemeine Durchschnittsgehalt für Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss, ist. Letzteres wurde bereits im Gesamtbericht 2010 bekannt gegeben.

Die Auswertung nach Regionen, für die die Postleitzahlgebiete genommen wurden zeigt, dass die Postleitzahlgebiete 0, 1 und 2 ( Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Sachsen und den Großteil von Niedersachsen) keine sind, in denen Trainees ehemalige Kommilitonen beim Gehaltsvergleich ausstechen. Es fällt jedoch auf, dass das südliche Postleitzahlgebiet 8 (Südliches Bayern und ein Teil des angrenzenden Baden-Württembergs) das ausgewertete durchschnittliche Trainee-Gehalt mit 34.982 € am geringsten ausfällt. Und auch das Baden-Württembergische Gebiet 7, rund um Stuttgart, kann im Vergleich nicht mit Spitzengehältern auftrumpfen. Dabei sind es besonders die letzten beiden Regionen, in denen die Gehälter eher überdurchschnittlich hoch sind. Dennoch ist das Gehaltsgefälle bei den Traineegehältern mit 2.249 € eher gering und ich würde diese nicht auf die regionale Lage der Unternehmen zurückführen.

Bei den Gehältern hinsichtlich des Abschlusses liegt tatsächlich der Master mit 36.217 € brutto/Jahr vorn. Fast gleich viel verdienen Absolventen mit Diplom: das durchschnittliche Jahresgehalt liegt hier bei 36.069 €. Trainees mit einem Bachelor-Abschluss können durchschnittlich 35.018 € erwarten.. Die Gehaltsunterschiede zwischen Direkteinstiegs- und Trainee-Position sind für Bewerber mit Master-Studium jedoch am höchsten. So müssen Trainees mit Master mit circa 10 % weniger Gehalt als bei einem Direkteinstieg rechnen. Mit einem Bachelor sind die finanziellen Einbußen geringer und liegen bei 8,68 %.

Laut Studie verdient ein Trainee in größeren Unternehmen mehr als in kleineren. So kann ein Absolvent in Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern mit einem Gehalt von durchschnittlichen 25.683 € rechnen. Stiege er/sie in einem Unternehmen mit einer Mitarbeiteranzahl zwischen 10 und 100 ein, läge das Jahresgehalt schon bei knapp 36.000 €. Ein wichtiger Grund für die vergleichsweise hohen Gehälter in großen Unternehmen und Konzernen ist, dass Unternehmen in solchen Größen meist an einen Tarifvertrag gebunden sind.

Eine extrem wichtige Einflussgröße bei Gehältern ist die Branchenzugehörigkeit eines Unternehmens. Klare Führung übernehmen die Versorgungsbranche und die Branche „Bank/Finanz“ (inkl. Versicherungen). Hier werden Trainee-Gehälter gezahlt, die zum größten Teil zwischen 39.000 € und 45.000 € liegen. Nur knapp weniger verdienen Trainees in der Branche „E-Technik“, zu der auch Unternehmen aus den Bereichen Nachrichtentechnik und Feinwerktechnik gezählt wurden, bei Fahrzeugherstellern (inkl. Zulieferer) und in Unternehmen der Chemie- und Pharmabranche. Auch hier sind Durchschnittsgehälter von 40.000 € üblich. Weit von diesem Einkommen entfernt sind Hochschulabsolventen, die als Trainees in den Branchen „Sonstige Dienstleistungen“, im öffentlichen Dienst oder in der Medien-Branche tätig sind.

Ich hoffe, die Zahlen sind für den einen oder anderen interessant und helfen bei der ersten Gehaltsverhandlung!

Liebe Grüße, schöne Feiertage und einen guten Start in das Jahr 2011!

Sabrina vom Gehälterblog

Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen – Gehaltsstudie

Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass besonders das Thema Gehalt immer wieder für Unsicherheit bei Berufseinsteigern und sogar bei Personalverantwortlichen sorgt. Nach den Gehaltschecks daher hier eine Zusammenfassung einer aktuellen Studie für Einstiegsgehälter und Praktika. Diese bietet einen fundierten Überblick über die Entwicklung von Einstiegsgehältern in Deutschland und dient als Orientierung sowie Argumentationsgrundlage für Ihre Gehaltsverhandlungen – ganz egal ob als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer.

Das jährliche Brutto-Durchschnittsgehalt für Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss (Median
über alle) liegt in diesem Jahr bei 39.339 €.

Hinsichtlich der Einstiegsgehälter je Funktion sind eher geringe Veränderungen gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Sie liegen zwischen 10.500 € brutto pro Jahr (Minimum der Trainees) und 70.000 € (Maximum im Vertrieb). Im dritten Quartil liegen jedoch alle Einstiegsgehälter über 40.000 €. Die größten Einbußen gab es in den Tätigkeitsbereichen Forschung & Entwicklung, Fertigung und bei den Traineestellen.

In Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern sind die Verdienstmöglichkeiten erwartungsgemäß hoch und nehmen mit sinkender Mitarbeiterzahl sukzessive ab. So werden in Konzernen Einstiegsgehälter von über 40.000 € erzielt, die zudem mehr als sechs Prozent über dem Durchschnitt (Median) liegen. In Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Arbeitnehmern liegen die Gehälter 13,52 % darunter und erreichen im Durchschnitt kaum ein Brutto-Jahresgehalt von 34.000 €. Absolventen mit einem Diplom oder Bachelor-Titel verdienen zudem weniger in den ersten Jahren als ihre Kommilitonen mit einem Master-Titel. Am niedrigsten sind entsprechend zur Unternehmensgröße und dem Abschluss die Gehälter von Bachelor-Absolventen in Unternehmen mit weniger als 99 Mitarbeitern.

Je Branche betrachtet erzielen Mitarbeiter in den Medien ebenfalls ein eher niedriges Jahresgehalt (35.040 €). Einerseits kann dies an der hohen Anzahl kleiner Unternehmen in der Branche liegen,
andererseits aber auch an der ohnehin rückläufigen Entwicklung der Einstiegsgehälter. In den Bereichen Bank/Finanz, Chemie/Pharma, E-Technik und Versorger verdienen junge Akademiker dennoch zwischen 41.000 und 42.000 € jährlich (Median), also fünf bis sechs Prozent über dem Durchschnitt.

Regional betrachtet bestätigt die Auswertung die Existenz eines West-Ost-Gefälles: In den Postleitzahlgebieten 0 und 1 liegen die Einstiegsgehälter 3,9 und 2,3 Prozent unter dem Durchschnittsgehalt. In den Gebieten 3 und 4 hingegen sind es mit 40.521 € und 40.530 € jährlich fast zwei Prozent mehr als der durchschnittliche Verdienst.

Ganze 5,4 % mehr als der Durchschnitt verdienen Hochschulabsolventen in Unternehmen, die nach Tarif bezahlen. In tariflich ungebundenen Unternehmen liegen die Entlohnungen über vier Prozent unter dem Durchschnitt (37.349 € brutto/Jahr).

Praktika und Abschlussarbeiten werden mit bis zu 2.300 und 2.000 € monatlich vergütet. Durchschnittlich verdienen Praktikanten 535 € und Diplomanden 600 € brutto im Monat, wobei überraschenderweise Arbeitgeber mit 10 – 99 Mitarbeitern diesen Durchschnitt erhöhen und Unternehmen mit mehr Mitarbeitern diesen senken. Geläufig ist mittlerweile in Unternehmen aller Größen die Vergütung von Abschlussarbeiten nach einer Prämienregelung, wodurch von den Probanden bis zu 5.000 € für eine sehr gute Note gezahlt werden. Die höchsten monatlichen Zahlungen für Abschlussarbeiten fließen in der Konsumbranche (801 €), in der auch Praktikanten mit 751 € verhältnismäßig hoch entlohnt werden. Im öffentlichen Dienst hingegen bekommen Studenten durchschnittlich 300 € monatlich für Praktika und 433 € für Abschlussarbeiten. So liegen auch die Vergütungen in tariflich ungebundenen Unternehmen je 36 € und 61 € höher als in Firmen ohne Tarifvertrag.

Die Unternehmensstandorte der 932 Probanden der Gehaltsstudie sind relativ gleichmäßig über die verschiedenen Postleitzahlgebiete in Deutschland verteilt. Die Branchen EDV, sonstige Dienstleistungen und Beratung bilden mit 38 % die größte Gruppe der 17 teilnehmenden Branchen und etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen beschäftigen zwischen 10 und 5.000 Mitarbeiter.

Praktika, Geld und Berufseinstieg

Die Wochenzeitung DIE ZEIT hat letzte Woche ein interessantes Interview mit mit Dr. Andreas Sarcletti zum Thema Praktika geführt.  Dr. Sarcletti ist Wissenschaftler und bei HIS im Unternehmensbereich Hochschulforschung zuständig für Absolventenstudien und lebenslanges Lernen. Da Interview bezieht sich auf die von ihm 2009 veröffentlichte Dissertation.

Kern des Interviews ist die Frage, welche Bedeutung Praktika für den Berufseinstieg besitzen, die während des Studiums absolviert wurden.

Sarcletti fest: “Praxiserfahrung ist ein wichtiger Faktor, aber nicht der entscheidende. Wichtiger sind die Abschlussnote, die Studiendauer und vor allem das studierte Fach. In einigen Bereichen haben diejenigen einen Vorteil, die schon eine fachnahe Berufsausbildung absolviert haben. Sie müssen sich im Studium nicht so sehr um Praxiserfahrungen bemühen.”

Im Hinblick auf den Nutzen von Praktika und Nebenjobs äußert er: “Etwa ein Fünftel der offenen Stellen besetzen Unternehmen mit Absolventen, die sie bereits aus einem Praktikum oder von einem Nebenjob kennen.”

Interessant ist auch der Aspekt der “Generation Praktikum”, der immer wieder durch die Medien geistert sowie der ideale  Zeitpunkt während des Studiums, ein Praktikum zu absolvieren: “Es gibt natürlich Praktika, in denen Studenten ausgebeutet werden und nur Routinetätigkeiten verrichten. Ein gutes Praktikum aber bietet einen höheren Lerneffekt als die studentische Erwerbstätigkeit, zumindest wenn man denselben Zeitraum betrachtet. Insgesamt haben Praktika am Ende des Studiums den größten Nutzen. Die Studenten haben mehr Hintergrundwissen und lernen so zielgerichteter dazu. Und das Knüpfen von Kontakten ergibt am Ende des Studiums natürlich mehr Sinn.”

Zum Schluss noch zwei Punkte, die auch immer wieder diskutiert werden, nämlich 1. Praktika nach dem Studium und 2. die Abhängigkeit einer Annahme eines Praktikums vom eigenen Geldbeutel.

Dazu Dr. Sarcletti: “Wer das nach dem Studium macht, hat es meist versäumt, vorher Praxiserfahrung zu sammeln. Wenn jemand gar nichts vorzuweisen hat, ist es verständlich, dass Arbeitgeber erst einmal nur ein Praktikum vergeben statt einer Festanstellung. [..]

Sehr stark ist der Zusammenhang nicht. [gemeint ist hier eigener Geldbeutel und Möglichkeit, ein Praktikum evtl. selbst zumindest teil zu finanzieren] Es ist aber sicherlich einfacher, zwei, drei Praktika während des Studiums zu absolvieren, wenn die entsprechende finanzielle Unterstützung vorhanden ist. Wenn man in München im Medienbereich studiert und ein Praktikum in Hamburg machen möchte, kostet das natürlich Geld. Für andere Studenten stellt sich die Frage gar nicht erst, sie können sich das nicht leisten.”

Was bleibt übrig? Vielleicht die Frage, warum Dr. Sarcletti von der Annahme ausgeht, daß jemand, der ein Praktikum nach dem Studium macht, es während des Studiums versäumt hat, Praxiserfahrung zu sammeln. Ist es nicht vielmehr s, daß gerade Absolventen der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie manch ein BWLer zurzeit (möglichweise grundsätzlich) vor dem Problem stehen, keinen Job nach ihrem Examen zu bekommen, weil sie noch zu “frisch von der Uni” sind?

Da draußen gibt es durch aus junge Menschen, die Einiges während ihres Studiums angestellt haben (im Positiven Sinne, sprich Praktika und Nebejobs), jedoch keinen Zugang in die Unternehmen via Junior-Position/Traineeprogramm o.ä. bekommen und das zumeist mit der Begründung, daß sie über nicht genügend Berufserfahrung verfügen.

Und heutzutage im Bachelor/Master-Studiensystem kann man schon einmal die Frage stellen, wo sie die überhaupt sammeln sollen, wenn sie bei annahme von vornherein wissen, ein ganzes Jahr zu verlieren für drei Monate Praktikum…

Freu mich schon auf ein rege Diskussion…:)

Die von Dr. Sarcletti durchgeführte Absolventenstudie im Rahmen seiner Dissertation “Die Bedeutung von Praktika und studentischen Erwerbstätigkeiten für den Berufseinstieg. Studien zur Hochschulforschung 77. München: Bayerisches Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung. Zugl.: Bamberg, Universität, Dissertation, 2009″ steht beim Bayerischen Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung als PDF-Dokument zum Download bereit.

Johannes vom Gehälterblog

Neue Presseveröffentlichungen zur Gehaltsstudie

Diese Woche wurden wir zu zwei interessanten Interviews zu den Themen Berufseinstieg von Absolventen und den Gehaltschancen gebeten. Die Gehaltsstudie von alma mater scheint nun im 5. Jahr zunehmend Resonanz bei der Presse zu finden. Das freut uns. :-)

Mitte Oktober wird in der Süddeutschen Zeitung in der Beilage “Uni und Beruf” ein interessanter Artikel von Nicola Holzapfel erscheinen. Sie ist eine renommierte Gehaltsspezialistin und hat auch bereits ein interessantes Buch zu dem Thema veröffentlicht (“Ich verdiene mehr Gehalt. Was Sie für Ihre erfolgreiche Gehaltsverhandlung wissen müssen”).

Ferner werden in Kürze einige Expertenstatements von alma mater in der Schwäbischen Zeitung abgedruckt.

Ein weiterer interessanter Artikel zum Thema “Akzeptanz des Bachelor-Abschlusses in der Wirtschaft” wird in einer der nächsten Ausgaben von Personalwirtschaft erscheinen. Vielen Dank allen Pressevertretern! Anfragen beantworten wir gerne unter pr@alma-mater.de