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Gehälter Blog

Informationen, Tipps und Trends rund um Karriere, Gehalt, Gehaltsverhandlung und Vergütung

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Tag: Gehalt

Hallo liebe Leser,

letzte Woche habe ich ja über die Gehaltsstudie 2011 über Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen berichtet und erwähnt, dass die Stuttgarter Personalvermittlung auch regelmäßig Detailanalysen veröffentlicht. Eine davon wurde letzten Monat durchgeführt und beleuchtet die Einstiegsgehälter hinsichtlich der Abschlüsse Bachelor, Master und Diplom. Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines JobSpezials mit dem Titel „Was zahlt sich aus: Bachelor, Master oder Diplom?“ öffentlich auf Seite gestellt. Zudem wird auch noch ein kurzes Überblick über die verschiedenen Abschlussarten gegeben und im Fazit gibt es ein paar interessante Denkanstöße, die man bei der Studienwahl hinsichtlich des Gehalts berücksichtigen sollte.

Das JobSpezial findet ihr übrigens „hinter“ diesem Link!

Viel Freude beim Lesen!

Sabrina vom Gehälterblog

Hallo liebe Leser,

seit einiger Zeit gibt es die neue alma mater Gehaltsstudie. Diese ist mit 28 Seiten wieder sehr umfangreich und erste Detailanalysen ergänzen das Zahlenrepertoire wieder einmal um ein vielfaches. Wen wundert es auch, wenn man weiß, dass wieder über 900 Unternehmen an der Studie teilgenommen haben!? ;-)

Hier aber einmal die wichtigsten Ergebnisse der Gehaltsstudie 2011 für Hochschulabsolventen auf einen Blick:

Das durchschnittliche Jahresbruttogehalt von Berufseinsteigern mit einem Abschluss von einer Universität oder Fachhochschule liegt bei rund 40.000 € (Median).

Betrachtet man die Bezahlung der Berufseinsteiger in den verschiedenen Abteilungen („Funktionen“), liegen Einsteiger in den Bereichen Fertigung und Forschung und Entwicklung mit 42.000 € brutto/Jahr ganz vorne. Der Großteil der Funktionen wird durchschnittlich mit 40.000 € brutto pro Jahr entlohnt. Bis zu 8,33 % weniger erhalten Trainees.


Zum Vergrößern auf das Bild klicken!

Wichtig bei den Gehältern ist auch die Größe eines Unternehmens. In Konzernen (über 5.000 Mitarbeiter) sind die Verdienstmöglichkeiten am höchsten und nehmen mit sinkender Mitarbeiterzahl ab. So werden in Konzernen Einstiegsgehälter von über 43.438 € erzielt, die somit mehr als acht Prozent über dem Durchschnitt liegen. In Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Arbeitnehmern liegen die Gehälter 15,1 % unter dem Durchschnitt, was ungefähr 34.000 € ausmacht. Ein ganz schöner Unterschied, wenn ihr mich fragt!

Wie im Vorjahr sind es die Branchen Medien, Zeitarbeit, öffentlicher Dienst und sonstige Dienstleistungen, in denen Absolventen weniger als in anderen Branchen verdienen. Auch die Tourismusbranche liefert mit einem Durchschnitt von 27.000 € ein sehr ernüchterndes Ergebnis. Besonders hohe Gehälter sind in der Branche Automotive möglich. Dort liegt der Median bei 48.000 €.

Regional betrachtet sind die Chancen auf ein überdurchschnittliches Gehalt in den Bundesländern Bayern, Saarland, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sehr gut. Dort betragen die Mittelwerte mindestens 41.000 €. Berlin ist das Schlusslicht unter den Bundesländern und weist ein Durchschnittsgehalt von 38.834 € auf.

Das erste Mal hat die Personalvermittlung auch nachgefragt, ob die Unternehmen einen Unterschied bei der Bezahlung von FH- und Uni-Absolventen machen. Das Ergebnis ist beruhigend für alle diejenigen, die von einer Fachhochschule kommen: Einen Unterschied machen nur wenige Arbeitgeber und wenn, dann liegt dieser bei 17 %. Einen ähnlichen Aufschlag von 20 % erhalten Kandidaten, die promoviert oder habilitiert haben.

Die durchschnittlichen Vergütungen von Praktika und Abschlussarbeiten liegen bei 619 € und 687 €.

Mehr Details gibt es natürlich bei alma mater. Dort kann man sich nach erfolgreicher Registrierung die Studie kostenlos herunterladen. Aber auch in der Kategorie „JobSpezial“ werden immer wieder Detailanalysen veröffentlicht, die auch als Gast zugänglich sind!

Liebe Grüße!

Sabrina vom Gehälterblog

Hallo liebe Leser,

seit Kurzem gibt es auch eine Detailanalyse von Trainee-Gehältern. Hierbei handelt es sich um eine weitere Detailanalyse der alma mater Gehaltsstudie 2010. Man kann sie sich natürlich kostenlos komplett herunterladen aber ich dachte mir, ich schreibe euch eine kleine Zusammenfassung als Überblick!

Laut Studie verdienen Trainees verdienen jährlich zwischen 10.500 € und 60.000 € brutto. Dies sind natürlich nur die Extremwerte, die von den Respondenten angegeben wurden aber immerhin gut 50.000 € voneinander entfernt liegen. Zieht man zu den Extremwerten die Quartilswerte hinzu, wird die Gehaltsspanne ein wenig enger. Das durchschnittliche Trainee-Gehalt wurde in der Studie mit dem Median, über und unter dem jeweils 50 Prozent der Angaben liegen, bestimmt. Dies beträgt 38.000 €, was 1.933 € weniger als das allgemeine Durchschnittsgehalt für Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss, ist. Letzteres wurde bereits im Gesamtbericht 2010 bekannt gegeben.

Die Auswertung nach Regionen, für die die Postleitzahlgebiete genommen wurden zeigt, dass die Postleitzahlgebiete 0, 1 und 2 ( Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Sachsen und den Großteil von Niedersachsen) keine sind, in denen Trainees ehemalige Kommilitonen beim Gehaltsvergleich ausstechen. Es fällt jedoch auf, dass das südliche Postleitzahlgebiet 8 (Südliches Bayern und ein Teil des angrenzenden Baden-Württembergs) das ausgewertete durchschnittliche Trainee-Gehalt mit 34.982 € am geringsten ausfällt. Und auch das Baden-Württembergische Gebiet 7, rund um Stuttgart, kann im Vergleich nicht mit Spitzengehältern auftrumpfen. Dabei sind es besonders die letzten beiden Regionen, in denen die Gehälter eher überdurchschnittlich hoch sind. Dennoch ist das Gehaltsgefälle bei den Traineegehältern mit 2.249 € eher gering und ich würde diese nicht auf die regionale Lage der Unternehmen zurückführen.

Bei den Gehältern hinsichtlich des Abschlusses liegt tatsächlich der Master mit 36.217 € brutto/Jahr vorn. Fast gleich viel verdienen Absolventen mit Diplom: das durchschnittliche Jahresgehalt liegt hier bei 36.069 €. Trainees mit einem Bachelor-Abschluss können durchschnittlich 35.018 € erwarten.. Die Gehaltsunterschiede zwischen Direkteinstiegs- und Trainee-Position sind für Bewerber mit Master-Studium jedoch am höchsten. So müssen Trainees mit Master mit circa 10 % weniger Gehalt als bei einem Direkteinstieg rechnen. Mit einem Bachelor sind die finanziellen Einbußen geringer und liegen bei 8,68 %.

Laut Studie verdient ein Trainee in größeren Unternehmen mehr als in kleineren. So kann ein Absolvent in Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern mit einem Gehalt von durchschnittlichen 25.683 € rechnen. Stiege er/sie in einem Unternehmen mit einer Mitarbeiteranzahl zwischen 10 und 100 ein, läge das Jahresgehalt schon bei knapp 36.000 €. Ein wichtiger Grund für die vergleichsweise hohen Gehälter in großen Unternehmen und Konzernen ist, dass Unternehmen in solchen Größen meist an einen Tarifvertrag gebunden sind.

Eine extrem wichtige Einflussgröße bei Gehältern ist die Branchenzugehörigkeit eines Unternehmens. Klare Führung übernehmen die Versorgungsbranche und die Branche „Bank/Finanz“ (inkl. Versicherungen). Hier werden Trainee-Gehälter gezahlt, die zum größten Teil zwischen 39.000 € und 45.000 € liegen. Nur knapp weniger verdienen Trainees in der Branche „E-Technik“, zu der auch Unternehmen aus den Bereichen Nachrichtentechnik und Feinwerktechnik gezählt wurden, bei Fahrzeugherstellern (inkl. Zulieferer) und in Unternehmen der Chemie- und Pharmabranche. Auch hier sind Durchschnittsgehälter von 40.000 € üblich. Weit von diesem Einkommen entfernt sind Hochschulabsolventen, die als Trainees in den Branchen „Sonstige Dienstleistungen“, im öffentlichen Dienst oder in der Medien-Branche tätig sind.

Ich hoffe, die Zahlen sind für den einen oder anderen interessant und helfen bei der ersten Gehaltsverhandlung!

Liebe Grüße, schöne Feiertage und einen guten Start in das Jahr 2011!

Sabrina vom Gehälterblog

Am Mittwoch dieser Woche wartete das manager magazin mit dem Titel “Gehalt 2009 – Einkommen der Deutschen  sinkt” auf. Da fragt man sich dann unwillkürlich: Auf wen oder was beziehen die das jetzt? Am Ende noch auf einen selbst?

Danach könnte man sich fragen, warum wohl die Gehälter gesunken sind… mhm, Stichwort Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit usw.

Der Artikel befasst sich vor dem Hintergrund der Rezession mit den Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die dieses am selbigen Tag veröffentlicht haben. Diese beziehen sich auf die “verfügbaren Einkommen der privaten Haushaltem, welche im vergangenen Jahr nur um 0,4% zulegten.” Parallel dazu blieb die Sparquote im Vergleich zu 2008 konstant.

Sinngemäßes Fazit des Artikels: Hätte schlimmer kommen können. Natürlich im Vergleich zu den Unternehemn gemeint, denn diese haben ordentlich gelitten!

“Damit kamen die Beschäftigten aber noch wesentlich glimpflicher durch die Krise als die Untenehmen. Während die Arbeitnehmerentgelte nur um 0,2 Prozent zurückgingen, schrumpften die Unternehmens- und Vermögenseinkommen um 11 Prozent und damit so stark wie noch nie seit Beginn der Detailstatistik 1970. Das Volkseinkommen, die Summe dieser drei Faktoren, sank erstmals seit der Wiedervereinigung um 4 Prozent auf 1,811 Billionen Euro.”

Zudem stiegen die Lohnstückkosten und die Arbeitsproduktivität – Wirtschaftsleistung pro Beschäftigten – sank um rund 5%. Ein Niedergang, denn es so nach dem 2. Weltkrieg in der Bundesrepublik nicht gab. Für 2010 gibt Andreas Scheuerle, Volkswirt der DekaBank folgende Losung aus und hier schließt sich der  Kreis dieses kleinen SumUp`s.

“Die real verfügbaren Einkommen werden 2010 wohl schrumpfen”, sagte Volkswirt Andreas Scheuerle von der DekaBank und begründete dies mit anziehender Inflation und geringeren Lohnabschlüssen. Die Sparquote werde – auch wegen zunehmender Angst vor dem Jobverlust – auf 11,6 Prozent klettern.”

Und wir klettern jetzt ins Wochenende. Aber nicht ohne unsere Leserschaft darin zu bestärken, weiter “Gas zu Geben”.

Euer Johannes vom Gehälterblog

Was denken eigentlich bekannte Manager zum Gehalt? Hier gibt’s Diskussionsstoff und intelligente Meinungen von Meinungsmachern.

„Wir wissen zwar, dass ein niedriges Gehalt Menschen demotiviert. D.h. aber im Umkehrschluß nicht, dass sie besonders motiviert sind, wenn sie hochbezahlt sind.” Rüdiger, Hossiep (*1959), Führungskräfte-Coach, Quelle: FOCUS

„Was 30 Menschen in Deutschland verdienen, kann doch nicht die ganze Diskussion bestimmen.” Jürgen Thumann, (*1941), Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Quelle: Wirtschaftswoche/Perspektiven

„Wenn ein guter amerikanischer Eishockey-Spieler mehr Geld verdient als der SAP-Vorstandschef, dann ist das ein Hinweis darauf, dass unsere Nation auf dem falschen Gleis ist.” Hasso Plattner (*1944), deutscher Unternehmer und Gründer des Softwareunternehmens SAP, Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger / Worte der Woche

Zum letzten Zitat, das mir übrigens gut gefällt, muss ich anmerken, dass dann aber ziemlich viele Nationen auf dem falschen Gleis sind, nicht nur unsere. Jürgen Bühler (*1972), deutscher Unternehmer und Gründer des Unternehmens alma mater, Quelle: Gehälterblog :-)

Der lange Weg in die Gewinnzone” titlete die F.A.Z am Wochenende in Ihrer Ausgabe.  Schon alleine die Headline offenbart, daß es sich bei einem MBA-Studium

1. um ein längerfristiges berufsbegleitendes Studium handelt und

2. dieses wie jede Investition zunächt mit Kosten verbunden ist.

Die entscheidenden Fragen für MBA-Aspiranten sind demnach:

Ab wann kann derjenige, der sich für einen MBA entschieden hat, mit einem “Return on Investment” (ROI) rechnen? Wie schlägt sich der MAB-Abschluss im künftigen Gehalt wieder?

Die Fakten:

In der Regel dauert der MBA 1 bis 2 Jahre, kann berufsbegleitend oder Vollzeit absolviert werden, Fachkräfte sollen zu Führungskräften ausgebildet werden und Spezialisten erhalten eine Art Gerneral-Overview. Für gestandene Manager besteht ferner die Option eines Executive MBA.

Bezüglich der finanziellen Aufwendungen sind beispielsweise an der bekannten Mannheim Business School folgende Kosten einzukalkulieren: “29.000 Euro kostet dort die Teilnahme am zwölfmonatigen Vollzeit-Programm.” In den USA kann die Summe auf 44.000 Dollar steigen, entscheidet man sich etwa für die renommierte Harvard Business School und in Spanien sind es sogar 68.000 Euro, die man für einen MBA an der “Managerschmiede” IESE Business School – University of Navarra investieren muß.

Am Beispiel von Kathleen Fitzgerald, Dozentin in Rechnungslegung an der University of Chicago, zeigt der Artikel erste Zahlen auf, wie sich (k)ein MBA-Abschluss auf das Gehalt auswirken kann.

“Mit der Sorgfalt einer Buchhalterin weist Kathleen Fitzgerald darauf hin, dass stets Vorsicht geboten ist, wenn Erfahrungswerte aus der Vergangenheit auf die Zukunft projiziert werden– setzt dann aber für ihre eigene Beispielrechnung optimistisch einen jährlichen Gehaltszuwachs von 5 Prozent für Beschäftigte mit den drei Großbuchstaben auf der Visitenkarte an. Für alle anderen geht sie von einem Plus von 3 Prozent aus, schließlich beendet die Entscheidung gegen den MBA die Karriere ja in aller Regel nicht.”

Die F.A.Z. schreibt weiter, daß es, wie nicht anders zu erwarten, “keine Garantie dafür gibt, dass die Rückkehr in den Beruf, der Wechsel in eine andere Branche oder der Aufstieg auf die nächste Hierarchiestufe ohne Stolpern über die Bühne geht. Anders ließen sich etwa die Erwartungen nicht erklären, die aus einer Umfrage der Frankfurter Goethe Business School unter den derzeitigen Teilnehmern an ihrem einjährigen Vollzeit-MBA-Programm hervorgehen: Die meisten von ihnen rechnen damit, spätestens drei Jahre nach dem Abschluss ihre Investitionen – darunter Studiengebühren von 19.000 Euro – wieder eingespielt zu haben. Dass es länger als fünf Jahre dauern könnte, glaubt nur ein einziger.”

Zurückhaltender ist da schon Kathleen Fitzgerald im Hinblick auf ihren zweijährigen berufsbegleitenden MBA, wenn sie feststellt: “Erst im zehnten Jahr übersteigt der Gewinn aus der angenommenen steileren Vergütungskurve die Kosten.”

Das Fazit:

Der Artikel ist spannend und bietet einen guten Einblick bzw. Überblick in das Thema MBA sowie  einen etwas nebeligen Ausblick auf den ROI. Es scheint so zu sein, daß sich Kandidaten darauf einstellen sollten, daß dieser sich erst Jahre nach dem Abschluss in bare Münze umwandelt. Zudem ist die Verknüpfung mit dem Einkommen auch davon abhängig, wie lange das entsprechende Studium gedauert hat und an welche Business School man ihn erworben hat.

Übrigens finden sich unter www.fazjob.net/mba ein paar Fallbeispiele zur Rendite eines MBA-Studiums. Einen ebenfalls ersten guten Überblick mit weiterführenden Quellen bieten Wikipedia zum Thema MBA an sowie die Internetseite www.mba.de.

Demnächst wird Euch Jürgen an dieser Stelle ein paar Beispielrechnungen zum MBA und den damit verbundenen Gehaltssaussichten vorstellen.

Euer Johannes vom Gehälterblog

Ich habe im eigenen Interesse, weil wir eine Übernahme unseres PR-Volontärs planten mal die Verdienstsituation im Bereich Junior-Referenten PR/Medien recherchiert. Und da hat es mir schon ein bisschen die Socken ausgezogen, denn die Verdienstmöglichkeiten in dem Marktsegment sind gelinde gesagt nicht so doll.

Recherchen auf Seiten wie Gehaltsvergleich, Gehaltscheck und den Community-Foren bei XING ergab immer ein ähnliches Bild. Die Verdienstmöglichkeiten liegen hier – berücksichtigt man, dass überwiegend Leute mit akademischem Abschluss gesucht werden – unterduchschnittlich.

Ich will meeeeehr

"Ich will meeeeehr"

Gehaltsvergleich schreibt zum Beispiel: “Klassischerweise haben PR-Berater und -Manager ein Kommunikations- oder Journalismusstudium absolviert. Heute bestehen aber auch Einstiegsmöglichkeiten als Trainee oder Volontär. [..] Beim Karrierestart als PR-Assistent wird ein Einstiegsgehalt von 25.000 gezahlt. PR-Juniormanager erhalten ein Einkommen von rund 31.500 Euro. Bei einem Seniorberater liegt der Verdienst bei rund 50.000 Euro und mehr.”

Wir haben nachgerechnet: Ein PR-Assistent käme mit 25.000 Euro pro Jahr dann auf ein Nettomonatsgehalt von 1.353 Euro (lt. Gehaltsrechner von nettolohn.de) – nicht so prall.

Eine genaue Analyse der teilweise sehr langen Threads bei Xing & Co. hat ergeben, dass Einsteiger in die PR-Branche ziemlich kurz gehalten werden. Einige Schreiber gaben an, dass sie auch über längeren Zeitraum mit Gehältern um 20.000 Euro konfrontiert sind. Einhellige Meinung ist, dass Agenturen tendenziell weniger bezahlen als Verlage und Unternehmen.

Wie sind Eure Erfahrungen?

Jürgen vom Gehälterblog

Ich möchte hier kurz mal eine Erfahrung weitergeben, die ich kürzlich im Rahmen einer Vermittlung eines Kandidaten gemacht habe. Das war eine interessante Begegnung, die eindrücklich unter Beweis stellt, dass auch Timing beim Berufseinstieg ein sehr erfolgskritisches Kriterium ist.

Im Rahmen der Karriereberatung bin ich mit einem jungen Elektroingenieur ins Gespräch gekommen. Folgendes vorab: Das Kandidat war das, was man gemeinhin als High Potential bezeichnet.

Nach einem Informationstechnikstudium als Bachelor an einer nordbadischen Fachhochschule und mehreren Praktika hat sich der Kandidat für ein Master-Studium an der TU München entschieden. Er hat auch dort diverse Studienpraktika und einen Auslandsaufenthalt absolviert. Neben sehr guten Noten konnte er sogar eine Lehrbeauftragtenposition an seiner ehemaligen FH in die Waagschale werfen.

Als wir ihn zu seinen Gehaltsvorstellungen nach dem Master-Studium befragten, gab er 47.000 Euro Jahresgehalt als Wunsch an. Jetzt sind 47.000 Euro im Spätsommer 2009 der auslaufenden Wirtschaftskrise ein ambitioniertes Ziel. Klar, der Bewerber ist topp und hat grundsätzlich alles richtig gemacht. Großunternehmen sollten den Gehaltswunsch auch erfüllen können. Gerade die Großunternehmen halten sich aber bei der Einstellung von Einsteigern arg bedeckt.

Kurzum: 47.000 Euro sind aktuell auch für wirklich gute Bewerber im Ingenieurfach nicht einfach zu verhandeln.

Auf seine Verhandlungsbereitschaft hin befragt, signalisierte unser Mann Offenheit. Er war aber überrascht, denn als er seinen Bachelor-Abschluss frisch in der Tasche hatte, hat er Angebote für rund 45.000 Euro angeboten bekommen. 2.000 Euro Aufschlag für ein Master-Studium an einer Elite-Uni erschienen ihm nicht zu viel.

Bild gefunden bei www.focus.de

Bild gefunden bei www.focus.de


Hier kann jeder deutlich sehen, was Timing ausmacht. Hätte unser Kandidat im Herbst 2007 auf dem Hype des Wirtschaftswachstums den Berufseinstieg gemacht, hätte er zwischenzeitlich 90.000 Euro verdient. Es wird ein paar Jahre dauern, bis er das mit dem besseren Master-Abschluss reingeholt hat. In diesem Fall hat sich zumindest auf kurze Sicht der Master-Abschluss nicht gelohnt.

Timing ist alles – und das nicht nur an der Börse.

Jürgen

Wie Spiegel Online heute in seinem Artikel “Tabuthema Gehalt: Über Geld spricht man nicht” berichtet, belegt der Gehaltsreport 2009 des Manager Magazins, daß Arbeitskollegen untereinander wortkarg werden, sobald das Gespräch auf das Thema Gehalt kommt.

Wie kommts? Denn eigentlich hat man ja nichts zu verlieren. Ist es also falscher Stolz, der dazu führt, daß, je höher man auf der Hierarchieleiter steht, desto weniger sich über Gehälter ausgetauscht wird? Nein, Stolz ist es sicher nicht, der die Führungskräfte beim Thema “money, money, money” schweigen läßt.

Gründ dafür erläutert der Gehaltscoach Martin Wehrle: “Wer über dem Schnitt verdient, fürchtet den Neid der anderen; wer darunter liegt, schämt sich, erklärt er die Zurückhaltung. Hinzu komme, dass die Gehaltsstrukturen sehr ungerecht seien: Nur wer laut genug schreit, bekommt auch was, sagt Wehrle. So können Gehälter für die gleiche Tätigkeit stark variieren.”

Aber wie früher im Alten Rom gibt es auch hier diejenigen, die sich zu Wort melden. Und in welchen Branchen finden wir die “Aufständischen”? Bei den Wirtschaftsprüfern (37%) und in der Lehrerschaft (27%). Interessant. Warum das so ist, darüber könnten nun Soziologen bestimmt Auskunft geben. Wir lassen es einfach mal so stehen und widmen uns etwas genauer den Branchen, in welchen die 91.000 befragten Angestellten, Beamten und Freiberufler des Gehaltreports 2009 arbeiten.

Dankenswerterweise hat Spiegel Online gleich ein paar Grafiken des Manager Magazins in seinen Artikel eingebaut, die wir an dieser Stelle übernehmen, ohne aber zu vergessen, daß sie nicht von uns sind und sich im bereits erwähnten Artikel als Fotostrecke befinden…:) Fair geht eben vor!

Gehaltstransparenz in Branchen I

Gehaltsspreizung in Branchen II

Ergo: Leitende Angestelle und Oberes Management zeigen sich bedeckt, während auch in der Verkehrs- und Luftfahrtsindustrie munterer Austausch betrieben.

Schließlich gibt es noch einen Punkt, den man nicht übersehen sollte, sofern man davon unmittelbar betroffen ist: Manche Angestellte werden nämlich im Hinblick auf das Thema Gehalt von ihren Arbeitgebern von vornherein gezügelt.

Wie das? Ganz einfach, indem der Arbeitsvertrag ein Redeverbot für das Thema Gehalt festschreibt. Wer dies bricht, kann künftig über sein Gehalt sprechen, so viel er will, weil er dann nämlich viel Zeit hat… nur vielleicht kein Gehalt mehr.

Euer Ghost

Manche von Euch haben es geahnt… und sie hatten Recht. Die Netzzeitung bezieht sich in ihrem heutigen Artikel “Gehaltslücke wächst mit dem Alter:  Schon Berufsanfängerinnen schlechter bezahlt” auf die ebenfalls heute vorgestellte Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

[...] “Im ersten Jahr verdienen Berufsanfängerinnen demnach im Durchschnitt 2197 Euro, Männer jedoch 2677 Euro. Für die Studie wurden die Verdienste von 16.000 Berufsanfängern ausgewertet. Hinzu kommt: Mit zunehmenden Berufsjahren wächst der Lohnabstand. Frauen mit vier bis zehn Jahren im Beruf liegen beim Verdienst 21,8 Prozent hinter ihren männlichen Kollegen. Im Westen fällt die Kluft höher aus als im Osten. Dort schrumpft sie – anders als im Westen –mit wachsender Zahl der Berufsjahre.”

Zudem weist die Netzzeitung auf die Branchenunterschiede hin: [...] “Die größte Einkommenskluft wurde mit 21,2 Prozent im Kredit- und Versicherungsgewerbe ermittelt, die geringste – mit 4,9 Prozent – in der Energie- und Wassersparte. Im Vergleich von Berufsgruppen ermittelte das WSI in den EDV- und IT-Berufen einen geschlechtsspezifischen Rückstand von zehn Prozent. Etwa doppelt so groß ist er in den Berufen der Nahrungsverarbeitung.”

Fazit: Das ist Lohndiskrimienierung! Letztlich sollte Bezahlung leistungsgerecht sein und nicht vom Geschlecht abhängen, sondern von der Qualifikation und der Leistung! Wann ändert sich das endlich einmal?

Euer Ghost