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Gehälter Blog

Informationen, Tipps und Trends rund um Karriere, Gehalt, Gehaltsverhandlung und Vergütung

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Tag: Gehaltsreport

Liebe Leser,

seit Kurzem gibt es eine Detailanalyse der alma mater Gehaltsstudie 2010 für IT’ler. Diese möchte ich euch nicht vorenthalten und werde Sie für euch in mehreren Schritten zusammenfassen:

Berufseinsteiger mit IT-Hintergrund bekommen jährlich minimal 18.000 € und maximal 67.100 € brutto. Eine Gehaltsspanne, die von den Machern der Studie genauer analysiert wurde.

Funktionsbereich IT allgemein
Der Funktionsbereich IT ist eines der 9 Berufsfelder, für den die Personalverantwortlichen, die an der Studie teilgenommen haben, Zahlen zur Bezahlung von Berufseinsteigern mit Hochschulabschluss machten. Zur Auswahl standen: Einkauf, Marketing, Vertrieb, Forschung & Entwicklung, IT-Bereich, Fertigung, Finanzwesen & Controlling, Personalwesen, Traineeprogramm.
Der Durschschnitt, der in der Gehaltsstudie mit dem Median bestimmt wurde (also der Wert, über dem und unter dem jeweils 50% der Angaben liegen) liegt bei 40.000 € brutto pro Jahr. Das ist etwas mehr als der Durchschnitt aller Einstiegsgehälter (39.933 €). Fünrig Prozent der Bruttogehälter in IT-Funktionen liegen zwischen 36.000 € und 43.000 € per annum.
Der Funktionsbereich IT ist auch im Vergleich zu anderen Funktionen auf jeden Fall attraktiv, was die Bezahlung angeht. Abgeblich haben nur Absolventen in der Forschung und Entwicklung wirklich bessere Chancen auf ein höheres Einkommen. Diese erhalten durchschnittlich 41.500 € pro Jahr. In der Fertigung liegt das 1. Quartil 2.000 € und das dritte Quartil 1.000 € höher als die jeweiligen Quartile im IT-Bereich. Dennoch ist der Median gleich hoch. Dasselbe gilt für Einkäufer und Berufseinsteiger im Controlling: hier liegen 50 % der Gehälter zwischen 37.500 €, bzw. 37.100 € und 44.000 €, der Median jedoch auch bei 40.000 €.

Einstiegsgehälter nach Funktion
Bildquelle: alma mater GmbH

Bachelor, Master – oder doch Diplom?

So sehr sich die Geister bei der Diskussion um die richtigen Abschlüsse für Ingenieure, ITler und andere MINT-Absolventen auch scheiden mögen, so eng liegen die Einstiegsgehälter für Absolventen mit Bachelor, Master und Diplom beieinander:
Der Durchschnitt, der übrigens auch hier mit dem Median bestimmt wurde, beträgt bei Bachelor-Absolventen im IT-Bereich 38.000 € und bei Masteranden sowie Diplomanden bei 40.000 € brutto pro Jahr. Dies entspricht einem monatlich extrem niedrigen Unterschied von 166,67 €, welcher nach Abzug der Steuern kaum merkbar sein dürfte. Ebenso geringe Differenzen weisen die Quartile auf und liegen bei 35.000 € (Bachelor), bzw. 36.000 € (Master und Diplom) sowie bei 40.000 € (Bachelor) und 42.000 € (Master und Diplom).

In den nächsten Tagen mehr zu diesem Thema.
Wir freuen uns auf eure Kommentare und Fragen!

Sabrina vom Gehälterblog

Wie Spiegel Online heute in seinem Artikel “Tabuthema Gehalt: Über Geld spricht man nicht” berichtet, belegt der Gehaltsreport 2009 des Manager Magazins, daß Arbeitskollegen untereinander wortkarg werden, sobald das Gespräch auf das Thema Gehalt kommt.

Wie kommts? Denn eigentlich hat man ja nichts zu verlieren. Ist es also falscher Stolz, der dazu führt, daß, je höher man auf der Hierarchieleiter steht, desto weniger sich über Gehälter ausgetauscht wird? Nein, Stolz ist es sicher nicht, der die Führungskräfte beim Thema “money, money, money” schweigen läßt.

Gründ dafür erläutert der Gehaltscoach Martin Wehrle: “Wer über dem Schnitt verdient, fürchtet den Neid der anderen; wer darunter liegt, schämt sich, erklärt er die Zurückhaltung. Hinzu komme, dass die Gehaltsstrukturen sehr ungerecht seien: Nur wer laut genug schreit, bekommt auch was, sagt Wehrle. So können Gehälter für die gleiche Tätigkeit stark variieren.”

Aber wie früher im Alten Rom gibt es auch hier diejenigen, die sich zu Wort melden. Und in welchen Branchen finden wir die “Aufständischen”? Bei den Wirtschaftsprüfern (37%) und in der Lehrerschaft (27%). Interessant. Warum das so ist, darüber könnten nun Soziologen bestimmt Auskunft geben. Wir lassen es einfach mal so stehen und widmen uns etwas genauer den Branchen, in welchen die 91.000 befragten Angestellten, Beamten und Freiberufler des Gehaltreports 2009 arbeiten.

Dankenswerterweise hat Spiegel Online gleich ein paar Grafiken des Manager Magazins in seinen Artikel eingebaut, die wir an dieser Stelle übernehmen, ohne aber zu vergessen, daß sie nicht von uns sind und sich im bereits erwähnten Artikel als Fotostrecke befinden…:) Fair geht eben vor!

Gehaltstransparenz in Branchen I

Gehaltsspreizung in Branchen II

Ergo: Leitende Angestelle und Oberes Management zeigen sich bedeckt, während auch in der Verkehrs- und Luftfahrtsindustrie munterer Austausch betrieben.

Schließlich gibt es noch einen Punkt, den man nicht übersehen sollte, sofern man davon unmittelbar betroffen ist: Manche Angestellte werden nämlich im Hinblick auf das Thema Gehalt von ihren Arbeitgebern von vornherein gezügelt.

Wie das? Ganz einfach, indem der Arbeitsvertrag ein Redeverbot für das Thema Gehalt festschreibt. Wer dies bricht, kann künftig über sein Gehalt sprechen, so viel er will, weil er dann nämlich viel Zeit hat… nur vielleicht kein Gehalt mehr.

Euer Ghost

Wie titelte das große deutsche Nachrichtenmagazin in seiner Online Ausgabe vor etwa einem Monat:

“Gehaltsreport – Ein Drittel der Berufseinsteiger kassiert Boni”

Aha. Wie Boni? Für Absolventen? Das versteh ich nun wirklich nicht…also heißt es Lesen. Und da steht Einiges, wovon ich aber das Interessante mal fettmarkiert habe:

“Prämien erhalten nicht nur Wirtschaftskapitäne und gierige Banker. Auch Berufsanfängern bieten Arbeitgeber oft einen Mix aus festen und variablen Zahlungen an. Über die Risiken und Nebenwirkungen informiert der Gehaltsreport – und zeigt, welche Leistungsanreize in welchen Branchen üblich sind.

“Warum eigentlich nicht?” dachte sich Ralf Meyer*, als er seinen ersten Arbeitsvertrag unterzeichnete. Mit seiner Unterschrift willigte der Wirtschaftswissenschaftler ein, dass sein Gehalt zu 90 Prozent fix ist und zu zehn Prozent variabel, also entsprechend seiner Leistung, ausgezahlt wird. “Das war für mich kein Problem”, meint Meyer, “denn bei guter Leistung bekomme ich ja mein volles Gehalt.” Und bisher hat sich der Leistungswille von Ralf Meyer ausgezahlt: “Seit ich hier bin, habe ich jedes Jahr mehr als 100 Prozent verdient.”

Wie Ralf Meyer müssen immer mehr Absolventen damit rechnen, dass ihnen ihr Arbeitgeber ein Einkommensmodell mit festen und variablen Elementen wie Prämien, Boni oder Verkaufsprovisionen anbietet. Denn längst statten Unternehmen nicht mehr nur ihre oberen Management-Etagen oder Vertriebsmitarbeiter mit entsprechenden Verträgen aus. Bereits jeder dritte Berufseinsteiger hat nach einer Auswertung der Hamburger Vergütungsberatung PersonalMarkt eine Prämienregelung.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Chef und Mitarbeiter vereinbaren Ziele, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums erfüllt werden sollen. Wer sein Ziel erreicht, bekommt zusätzlich zum Fixgehalt Geld. Wer mehr erreicht, als vereinbart war, kann sich über weitere Zuschläge freuen. Wer seine Ziele nicht oder nur teilweise erreicht, muss mit Abstrichen beim Bonus rechnen.

[...]

Für Berufseinsteiger hält sich das Risiko schwankender Bezüge in Grenzen, denn sie bekommen meist Beträge zwischen einem halben und einem Monatsgehalt zusätzlich ausgezahlt. Erst mit zunehmender Berufstätigkeit gewinnen variable Zahlungen an Bedeutung. Dann gilt: Je höher eine Position innerhalb der Unternehmenshierarchie angesiedelt ist, desto größer fällt der variable Gehaltsanteil aus.

Bei einem Jahresbruttogehalt bis 30.000 Euro jährlich, so eine Auswertung von PersonalMarkt, macht der Anteil der Prämien im Schnitt gerade einmal fünf Prozent vom Grundgehalt aus (siehe Grafiken in der Fotostrecke links oben auf dieser Seite). Wer zwischen 30.000 und 50.000 Euro verdient, erhält bis zu acht Prozent des Grundgehalts in Formen von Prämien. Bei Einkommen zwischen 50.000 und 80.000 Euro jährlich sind es dann im Schnitt neun Prozent. Erst bei Spitzengehältern von über 120.000 Euro im Jahr beläuft sich der Prämienanteil auf rund 30 Prozent des Grundgehalts.

Gutes Geld für gute Leistung

In der Regel ist der Bonus ein Mix aus individueller Leistung und Unternehmenserfolg. So wie bei Alexander Wagner*, der als Online-Manager bei einem Versandhändler arbeitet. In seiner Firma gibt es ein festes Prämienbudget. Die Ziele werden monatlich festgelegt und setzen sich zu je einem Drittel aus dem Firmenerfolg, dem Zeitaufwand für bestimmte Aufgaben und dem Erreichen von konkreten Projektzielen zusammen.

Alles in allem beträgt sein Prämienanteil rund 20 Prozent vom Grundgehalt. “Bisher habe ich meine Ziele immer zu 70 bis 80 Prozent erreicht”, erzählt der Master-Absolvent. Grundsätzlich findet er Prämienregelungen gut, betont aber: “Ein Bonus sollte eher zusätzliche Motivation sein und nicht den Lebensstandard sichern.”

Es gibt Branchen, in denen Prämien- oder weit verbreitet sind, andere Branchen dagegen halten sich bei der leistungs- oder erfolgsabhängigen Vergütung eher zurück. Am ehesten können Berufseinsteiger bei Beratungsunternehmen Boni einstreichen: Rund 60 Prozent aller Berufseinsteiger haben hier eine Prämienregelung. Die Höhe der Prämie liegt im Schnitt bei 4000 Euro im Jahr, kann aber auch deutlich höher ausfallen.

Besser klare als butterweiche Ziele vereinbaren

Sehr beliebt sind Prämienzahlungen auch bei Banken, in der Pharmaindustrie, in der Chemiebranche und in der Telekommunikationsbranche. Dagegen bekommen lediglich fünf Prozent aller Berufseinsteiger bei Öffentlichen Verwaltungen beziehungsweise Behörden Prämienzahlungen. Die Prämie selbst liegt im Schnitt bei gerade einmal 500 Euro jährlich. Weniger gängig sind variable Zahlungen auch in der Tourismuswirtschaft, in Ingenieurbüros und bei sozialen Einrichtungen.

Auch auf die Tätigkeit kommt es an. Nirgendwo sonst wird ein so großer Teil des Gehalts erfolgsabhängig gezahlt wie im Vertrieb. In der Regel erhalten “Verkäufer” ein mehr oder minder hohes Grundgehalt, das durch umsatzabhängige Anteile aufgestockt wird. Im Vertrieb haben bereits 41 Prozent aller Berufseinsteiger eine Prämienregelung. Die Höhe der Prämie liegt im Schnitt bei 4000 Euro jährlich. In den Bereichen Personal, Finanz- und Rechnungswesen sowie IT hat dagegen nur rund ein Drittel aller Berufseinsteiger, deren Daten ausgewertet wurden, eine Prämienregelung – und in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen sogar nur ein Viertel aller Berufsanfänger.

Auf den Vorschlag, einen Teil ihres Gehalts leistungsbezogen zu bekommen, sind viele Berufseinsteiger nicht eingestellt. Dabei lässt sich über solche variablen Gehaltsteile nicht nur trefflich verhandeln, sondern bei entsprechender Leistung auch noch ein wenig mehr Geld herausholen. Wer seine Prämie allerdings auf eine butterweiche Formulierung wie “Verbesserung der Organisation” aufbaut, macht es seinem Chef leicht, sich am Zahltag herauszuwinden. Besser ist es, zwei oder drei klar definierbare, messbare und vor allem auch erreichbare Ziele zu definieren.”

(Quelle: SpiegelOnline, Gehaltsreport – Ein Drittel der Berufseinsteiger kassiert Boni, 21.08.2009)

Jetzt ist alles klar! Also, dann achten wir in Zukunft alle mal darauf, wie das angebotene Gehalt “gestrickt” ist, ob fix oder variabel. Kommt ja schließlich auch auf die Branche an, in der man sich bewirbt. Tja, da redet alle Welt von den Boni für Manager, aber niemand über die für Berufseinsteiger… Könnte natürlich daran liegen, daß diese auf der Karriereleiter resperktive Hierachiebene ganz unten angesiedelt sind…:)

Euer Ghost