Wer verdient wie viel im IT-Bereich?

Liebe Leser des Gehälterblogs,

der heutige Artikel beschäftigt sich mit der Frage „Wer verdient wie viel im IT-Bereich“. Der Artikel blickt dabei über den Tellerrand der Einstiegsgehälter hinaus.

Berufseinsteiger haben besonders in der IT-Branche gute Karten, schließlich trifft der Fachkräftemangel auch und besonders diesen Bereich. Sogar Quereinsteiger haben inzwischen realistische Chancen und gute Gehaltsaussichten. Dies zeigt die Infografik von Gehalt.de. Doch wer verdient eigentlich wie gut im IT-Bereich?

Infografik IT-Gehälter

Zum Vergrößern auf die Infografik klicken!

Na klar, am besten verdienen die Geschäftsführer. Das durchschnittliche Gehalt (basierend auf 160 Datensätzen) liegt bei 168.191 €. Es lohnt sich also auch finanziell im IT-Bereich Chef zu werden. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass mit dem höheren Gehalt eine höhere Verantwortung und eine größere Arbeitsbelastung einhergehen. Dass sich auch Personalverantwortung finanziell auszahlt, zeigt sich im Verdienst der IT-Leitung. 111.409 € bedeutet in diesem Bereich ein Top-Jahresgehalt.

Ein besonderer Blick lohnt sich auf den Bereich Produktmanagement. Der Durchschnittswert liegt bei knapp 62.500 €. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Verdiensten von Männern und Frauen. Während Frauen 52.406 € für ihre Tätigkeit erhalten, können Männer durchschnittlich sogar mit 65.000 € rechnen.

Eine Spezialisierung in der IT-Branche ist auf jeden Fall ratsam. Besonders gut eignet sich diese in Richtung IT-Beratung oder IT-Sicherheit. Bei beiden liegen die Durchschnittsverdienste bei etwa 59.000 €.

Am schlechtesten bezahlt werden nach den Angaben von Gehalt.de übrigens die sogenannten „Nerds“. Damit sind studentische Aushilfen im IT-Sektor gemeint, die im Schnitt mit jährlich 9.024 € vergütet werden. Solch ein Job ist allerdings trotz des geringen Ausgangsgehalts ratsam. So haben die Studierenden gleich die Möglichkeit herauszufinden, ob die IT-Branche die richtige Sparte für die eigene Zukunft ist.

Weitere Informationen zur Datenbasis gibt es übrigens auf der Seite von Gehalt.de.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende,

bis bald

Marco für den Gehälterblog

So viel verdienen Hochschulabsolventen in IT-Berufen – II

…was lange währt wird gut – sagt man. Darum nun Part zwei der Zusmmenfassung der Detailanalyse von IT-Einstiegsgehältern. Was die unterschiedlichen Funktionen und Abschlüsse beim Gehalt ausmachen, habe ich ja bereits in meinem letzten Artikel geschrieben. Wenden wir uns also den Branchen und dem Einfluss der Unternehmensgröße zu!

Einstiegsgehälter von ITlern nach Branche

IT-Einstiegsgehalt-Branche

Bildquelle: alma mater GmbH

Wie in der Grafik gut zu sehen, werden die höchsten Gehälter für Hochschulabsolventen mit wenig Berufserfahrung in der Versorgungs- und der E-Technik-Branche gezahlt. Platz drei belegt die Bank/Finanz-Branche, zu der die Personalvermittlung auch Versicherungen zählt. Ähnliches gilt für die Bezahlung der Absolventen in IT-Funktionen. Auch hier liegt die Versogungsbranche vorn – und zwar mit 41.722 € p.A.. Fast ebenso gut zahlen Banken, Versicherungen und Unternehmen aus dem Finanzwesen (Platz zwei), die Logistik-Branche, Firmen aus der Branche Chemie, Pharma und Medizin und Elektro-Technik: bei letzterer liegt das Bruttojahresgehalt bei brutto 41.164 €. Ganz schlecht sieht es in der Medienbranche aus, denn die bildet (wie immer?) das Schlusslicht in Sachen Bezahlung.

Konzerne und Kleinstunternehmen

Nicht neu ist, dass Gehälter im Regelfall mit der Anzahl der Mitarbeiter steigen. Und nicht anders sieht es bei den IT-Einstiegsgehältern aus. Die Spanne zwischen Unternehmen mit unter 10 Mitarbeitern und großen Unternehmen ist jedoch mit 9.824 € nicht gerade gering:

Vergleich-IT-Gehalt-Absolventen-Mitarbeiter

Bildquelle: alma mater GmbH

Dennoch denke ich, dass sich ein Einstieg in kleineren Unternehmen für Berufseinsteiger eher als lohnen kann und viele andere Vorteile mit sich bringt:
So bringt die Arbeit in kleinen Unternehmen oftmal entschieden mehr Abwechslung mit sich. Denn anstelle von extrem straff getrennten Abteilungen und Aufgabengebieten werden Mitarbeiter in kleineren Unternehmen eher für abteilungsübergreifende oder fachfremde Aufgaben herangezogen. Zudem sind durch die Größe die Entscheidungswege kürzer und die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Abteilungen auch intensiver. Und darum haben die Autoren der Gehaltsstudie meiner Meinung nach auch Recht wenn sie schreiben, dadurch würden KMUs “so ein enormes Maß an beruflichem Entwicklungspotential” bieten “,welches sich nicht selten in wertvolle Erfahrungswerte ummünzen lässt.”

…demnächst gibt es dann eine Zusammenfassung von einer weiteren Detailanalyse. In der geht es um Trainee-Gehälter!

Bis dahin beste Grüße!

Gehaltscheck No. 1: IT-Branche

In der neuen Reihe Gehaltscheck informiert Euch das Gehälterblog über branchenspezifische Verdienstmöglichkeiten für Berufseinsteiger mit akademischem Backround. Den Anfang macht die IT-Branche.  Auf der Basis des Ergebnisberichtes zur Gehaltsstudie 2009 „Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen und Praktikanten“ von alma mater, die seit 2005 jährlich erscheint, stellt sich die Frage nach Unterschieden bei der Vergütung für die einzelnen Funktionsbereiche (FB) in ausgewählten Branchen.

Dazu werden die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen in den unterschiedlichen FBs der Unternehmen überprüft. Hierbei handelt es sich um Jahresgehälter vor Steuern. Als FB werden diejenigen Berufsfelder definiert, in welchen Absolventen nach ihrem Studium arbeiten wollen bzw. sich dafür während ihres Studiums qualifiziert haben.

In Bezug auf die FBs ist anzumerken, dass nicht alle bei Unternehmen auf Interesse stoßen müssen, wie etwa Fertigung oder Forschung und Entwicklung (F&E). Dies hat seine Ursache darin, dass in verschiedenen Branchen die Unternehmen beispielsweise weder über eine Fertigung oder eine F&E-Abteilung verfügen. Zudem kann es sein, das aufgrund geringer Nennungen FBs nicht in die Auswertung miteinfließen.

Grundsätzlich ist in der vorliegenden Betrachtung zu berücksichtigen, dass Hochschulabsolventen insbesondere in den FBs IT und Vertrieb ider IT-Branche grundsätzlich im Vergleich zum Branchendurchschnitt höhere Verdienstmöglichkeiten besitzen. Dies gilt für klassische Servicefunktionen wie Marketing oder Personal nicht.

Die vorliegende Analyse basiert auf den Rohdaten der Gehaltsstudie – 4.224 Gehaltsangaben von 685 Unternehmen –, die entsprechend der Fragestellung ausgewertet wurden.

Verdienstmöglichkeiten in der IT-Branche

Insgesamt belegen die Daten der Umfrage zur Gehaltsstudie 2009, dass in der IT-Branche die Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen gemessen am Durchschnitt aller Branchen niedriger ausfallen.

Betrachtet man die einzelnen FBs, ist festzustellen, dass in den einzelnen Berufsfeldern Abschläge von bis zu 20% zu verzeichnen sind. Dabei weisen die Einsatzbereiche Vertrieb, IT-Bereich und Fertigung noch die geringsten Abschläge auf. Die höchsten Abschläge entfallen auf die Einsatzbereiche Personalwesen, Einkauf, Marketing und Traineeprogramm.

Darüber hinaus verdeutlichen die Rohdaten der Gehaltsstudie 2009, dass Praktikanten sowie Studenten im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten in der IT-Branche in Bezug auf den Durchschnitt aller Branchen leicht darüber liegende Vergütungen zu erwarten haben. Der Aufschlag bei Abschlussarbeiten kann dabei bis zu 100 Euro betragen.

Zwischenfazit

Die IT-Branche bietet Berufseinsteigern im Vergleich zum Gesamtdurchschnitt aller Branchen in den untersuchten FBs befriedigende Verdienstmöglichkeiten. Davon zum Teil ausgenommen sind allerdings Praktikanten und Abschlussarbeiten.

Unternehmensgröße in der Branche IT

Betrachtet man auf Basis der Primärdaten die IT-Branche im Hinblick auf die Größe der vorhandenen Unternehmen, so ergibt sich folgendes Bild: Von den insgesamt 393 Nennungen entsprechen 45% einer Größe bis 100 Mitarbeitern.

Mittlere Unternehmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitern sind mit rund 35% vertreten. Ein knappes Viertel der in der IT-Branche vertretenen Unternehmen besitzt eine Größe von mehr als 1.000 Mitarbeitern.

Bei einer Addition kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) wird deutlich, welches Gewicht diese Unternehmen bei der Zusammensetzung der IT-Branche besitzen: Mit rund 80% stellen sie den Löwenanteil an der Gesamtstruktur der Branche.

Zwischenfazit

Lediglich ein knappes Viertel aller Unternehmen in der IT-Branche besitzt eine Unternehmensgröße von über 1000 Mitarbeitern. Da die die Branche tendenziell eine Vielzahl an Freiberuflern und Selbständigen aufweist, erklärt sich daraus die „Vorherrschaft“ der KMU sowie die gemessen am Branchendurchschnitt niedrigen Verdienstmöglichkeiten. Letzteres steht auch im Zusammenhang mit dem massiven Stopp bzw. der Kostenoptimierung von IT-Projekten aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Regionale Gehaltsunterschiede in der IT-Branche

Bei der Untersuchung der regionalen Vergütungsstrukturen in der IT-Branche ergibt sich folgendes Bild: Die drei FBs IT, F&E und Vertrieb weisen die meisten Nennungen über alle Postleitzahlbereiche (PLZ) hinweg auf. Sie liegen bei den Einstiegsgehältern teilweise deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt aller Branchen. Beispielhaft ist das Einstiegsgehalt im FB F&E, das rund 2.000 Euro unter dem Branchendurchschnitt angesiedelt ist.

Für Berufseinsteiger ist in diesem Zusammenhang interessant, in welchen PLZ attraktive Einstiegsgehälter gezahlt werden. Dafür werden nachfolgend die PLZ 0 bis 3 (Norden, Mitte und Osten Deutschlands) und 6 bis 9 (Mitte- und Süddeutschland) untersucht.

Das Ergebnis: Die Datensätze weisen für die PLZ 0 bis 3 bezogen auf den Gesamtdurchschnitt aller Branchen Aufschläge aus, für die Einsatzfelder IT und Vertrieb von rund 3.00 Euro. Der Einsatzbereich F&E verzeichnet allerdings Abschläge von rund 1.000 Euro.

Damit können sich die drei Einsatzfelder insgesamt bei der Attraktivität der Einstiegsgehälter in verhältnismäßig strukturschwachen Regionen Deutschlands behaupten.

Abbildung: Durchschnittliche Einstiegsgehälter für Funktionsbereiche in den PLZ; Quelle: alma mater 2009

Die drei FBs zeigen bei der Betrachtung der Einstiegsgehälter gemessen am Gesamtdurchschnitt der Branchen in Bezug auf die PLZ 6 bis 9 Aufschläge. Diese liegen zwischen ca. 500 Euro bis rund 13.000 Euro. Dabei weist vor allem das Einsatzfeld F&E hohe Aufschläge aus.

Einmal mehr zeigt sich an dieser Stelle bei der Vergütung für Berufseinsteiger die überregionale Attraktivität der Einsatzbereiche IT und Vertrieb, da diese sowohl in den niedrigen als auch in den hohen PLZ Aufschläge verzeichnen.

Zwischenfazit

In den auf der Basis der ausgewählten FBs in Bezug auf den entsprechenden PLZ und die dort durchschnittlichen Verdienstmöglichkeiten bleibt festzuhalten, dass keine Umkehrung des Süd-Nord-Gefälles für die IT-Branche identifizierbar ist. Der Funktionsbereich F&E ist regional übergreifend attraktiv vergütet und erzielt vor allem im süddeutschen Raum hohe Aufschläge. Dies deutet daraufhin, dass die dortigen Bundesländer Wirtschaftsstandorte mit forschungsintensiven Arbeits- und Produktionsprozessen beherbergen.

Vergleich

Welche Rückschlüsse können abschließend aus den vorherigen Ergebnissen zu den Einstiegsmöglichkeiten für Absolventen und Praktikanten in der IT-Branche gezogen werden?

  • Absolventen, die sich für die IT-Branche im Rahmen ihres Studiums qualifiziert haben, erwarten im klassischen IT- und Sales-Bereich überdurchschnittliche Einstiegsgehälter. In Bereichen der IT-Branche wie Marketing oder Personal liegen die Einstiegsgehälter teilweise unter dem Durchschnitt aller Branchen.
  • Insbesondere Einsatzfelder wie Einkauf, Marketing, Personalwesen oder Traineeprogramm erzielen zum Teil hohe Abschläge.
  • Für Praktikanten und Abschlussarbeiten bieten sich durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten.
  • Die IT-Branche setzt sich überwiegend aus kleinen und mittleren Unternehmen mit einer Größe bis zu 1.000 Mitarbeitern zusammen.
  • Regionale Gehaltsunterschiede sind innerhalb der Branche Finance zu beobachten. Im Gegensatz zum Gesamtdurchschnitt aller Branchen kommt es hier aber nicht zu einer Umkehrung des Süd-Nord-Gefälles bei den Einstiegsgehältern.

Was meint Ihr zu den vorliegenden Ergebnissen?

Johannes vom Gehälterblog