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Gehälter Blog

Informationen, Tipps und Trends rund um Karriere, Gehalt, Gehaltsverhandlung und Vergütung

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Tag: Vergütung

Hallo liebe Leser,

seit Kurzem gibt es auch eine Detailanalyse von Trainee-Gehältern. Hierbei handelt es sich um eine weitere Detailanalyse der alma mater Gehaltsstudie 2010. Man kann sie sich natürlich kostenlos komplett herunterladen aber ich dachte mir, ich schreibe euch eine kleine Zusammenfassung als Überblick!

Laut Studie verdienen Trainees verdienen jährlich zwischen 10.500 € und 60.000 € brutto. Dies sind natürlich nur die Extremwerte, die von den Respondenten angegeben wurden aber immerhin gut 50.000 € voneinander entfernt liegen. Zieht man zu den Extremwerten die Quartilswerte hinzu, wird die Gehaltsspanne ein wenig enger. Das durchschnittliche Trainee-Gehalt wurde in der Studie mit dem Median, über und unter dem jeweils 50 Prozent der Angaben liegen, bestimmt. Dies beträgt 38.000 €, was 1.933 € weniger als das allgemeine Durchschnittsgehalt für Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss, ist. Letzteres wurde bereits im Gesamtbericht 2010 bekannt gegeben.

Die Auswertung nach Regionen, für die die Postleitzahlgebiete genommen wurden zeigt, dass die Postleitzahlgebiete 0, 1 und 2 ( Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Sachsen und den Großteil von Niedersachsen) keine sind, in denen Trainees ehemalige Kommilitonen beim Gehaltsvergleich ausstechen. Es fällt jedoch auf, dass das südliche Postleitzahlgebiet 8 (Südliches Bayern und ein Teil des angrenzenden Baden-Württembergs) das ausgewertete durchschnittliche Trainee-Gehalt mit 34.982 € am geringsten ausfällt. Und auch das Baden-Württembergische Gebiet 7, rund um Stuttgart, kann im Vergleich nicht mit Spitzengehältern auftrumpfen. Dabei sind es besonders die letzten beiden Regionen, in denen die Gehälter eher überdurchschnittlich hoch sind. Dennoch ist das Gehaltsgefälle bei den Traineegehältern mit 2.249 € eher gering und ich würde diese nicht auf die regionale Lage der Unternehmen zurückführen.

Bei den Gehältern hinsichtlich des Abschlusses liegt tatsächlich der Master mit 36.217 € brutto/Jahr vorn. Fast gleich viel verdienen Absolventen mit Diplom: das durchschnittliche Jahresgehalt liegt hier bei 36.069 €. Trainees mit einem Bachelor-Abschluss können durchschnittlich 35.018 € erwarten.. Die Gehaltsunterschiede zwischen Direkteinstiegs- und Trainee-Position sind für Bewerber mit Master-Studium jedoch am höchsten. So müssen Trainees mit Master mit circa 10 % weniger Gehalt als bei einem Direkteinstieg rechnen. Mit einem Bachelor sind die finanziellen Einbußen geringer und liegen bei 8,68 %.

Laut Studie verdient ein Trainee in größeren Unternehmen mehr als in kleineren. So kann ein Absolvent in Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern mit einem Gehalt von durchschnittlichen 25.683 € rechnen. Stiege er/sie in einem Unternehmen mit einer Mitarbeiteranzahl zwischen 10 und 100 ein, läge das Jahresgehalt schon bei knapp 36.000 €. Ein wichtiger Grund für die vergleichsweise hohen Gehälter in großen Unternehmen und Konzernen ist, dass Unternehmen in solchen Größen meist an einen Tarifvertrag gebunden sind.

Eine extrem wichtige Einflussgröße bei Gehältern ist die Branchenzugehörigkeit eines Unternehmens. Klare Führung übernehmen die Versorgungsbranche und die Branche „Bank/Finanz“ (inkl. Versicherungen). Hier werden Trainee-Gehälter gezahlt, die zum größten Teil zwischen 39.000 € und 45.000 € liegen. Nur knapp weniger verdienen Trainees in der Branche „E-Technik“, zu der auch Unternehmen aus den Bereichen Nachrichtentechnik und Feinwerktechnik gezählt wurden, bei Fahrzeugherstellern (inkl. Zulieferer) und in Unternehmen der Chemie- und Pharmabranche. Auch hier sind Durchschnittsgehälter von 40.000 € üblich. Weit von diesem Einkommen entfernt sind Hochschulabsolventen, die als Trainees in den Branchen „Sonstige Dienstleistungen“, im öffentlichen Dienst oder in der Medien-Branche tätig sind.

Ich hoffe, die Zahlen sind für den einen oder anderen interessant und helfen bei der ersten Gehaltsverhandlung!

Liebe Grüße, schöne Feiertage und einen guten Start in das Jahr 2011!

Sabrina vom Gehälterblog

Liebe Leser,

seit Kurzem gibt es eine Detailanalyse der alma mater Gehaltsstudie 2010 für IT’ler. Diese möchte ich euch nicht vorenthalten und werde Sie für euch in mehreren Schritten zusammenfassen:

Berufseinsteiger mit IT-Hintergrund bekommen jährlich minimal 18.000 € und maximal 67.100 € brutto. Eine Gehaltsspanne, die von den Machern der Studie genauer analysiert wurde.

Funktionsbereich IT allgemein
Der Funktionsbereich IT ist eines der 9 Berufsfelder, für den die Personalverantwortlichen, die an der Studie teilgenommen haben, Zahlen zur Bezahlung von Berufseinsteigern mit Hochschulabschluss machten. Zur Auswahl standen: Einkauf, Marketing, Vertrieb, Forschung & Entwicklung, IT-Bereich, Fertigung, Finanzwesen & Controlling, Personalwesen, Traineeprogramm.
Der Durschschnitt, der in der Gehaltsstudie mit dem Median bestimmt wurde (also der Wert, über dem und unter dem jeweils 50% der Angaben liegen) liegt bei 40.000 € brutto pro Jahr. Das ist etwas mehr als der Durchschnitt aller Einstiegsgehälter (39.933 €). Fünrig Prozent der Bruttogehälter in IT-Funktionen liegen zwischen 36.000 € und 43.000 € per annum.
Der Funktionsbereich IT ist auch im Vergleich zu anderen Funktionen auf jeden Fall attraktiv, was die Bezahlung angeht. Abgeblich haben nur Absolventen in der Forschung und Entwicklung wirklich bessere Chancen auf ein höheres Einkommen. Diese erhalten durchschnittlich 41.500 € pro Jahr. In der Fertigung liegt das 1. Quartil 2.000 € und das dritte Quartil 1.000 € höher als die jeweiligen Quartile im IT-Bereich. Dennoch ist der Median gleich hoch. Dasselbe gilt für Einkäufer und Berufseinsteiger im Controlling: hier liegen 50 % der Gehälter zwischen 37.500 €, bzw. 37.100 € und 44.000 €, der Median jedoch auch bei 40.000 €.

Einstiegsgehälter nach Funktion
Bildquelle: alma mater GmbH

Bachelor, Master – oder doch Diplom?

So sehr sich die Geister bei der Diskussion um die richtigen Abschlüsse für Ingenieure, ITler und andere MINT-Absolventen auch scheiden mögen, so eng liegen die Einstiegsgehälter für Absolventen mit Bachelor, Master und Diplom beieinander:
Der Durchschnitt, der übrigens auch hier mit dem Median bestimmt wurde, beträgt bei Bachelor-Absolventen im IT-Bereich 38.000 € und bei Masteranden sowie Diplomanden bei 40.000 € brutto pro Jahr. Dies entspricht einem monatlich extrem niedrigen Unterschied von 166,67 €, welcher nach Abzug der Steuern kaum merkbar sein dürfte. Ebenso geringe Differenzen weisen die Quartile auf und liegen bei 35.000 € (Bachelor), bzw. 36.000 € (Master und Diplom) sowie bei 40.000 € (Bachelor) und 42.000 € (Master und Diplom).

In den nächsten Tagen mehr zu diesem Thema.
Wir freuen uns auf eure Kommentare und Fragen!

Sabrina vom Gehälterblog

Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass besonders das Thema Gehalt immer wieder für Unsicherheit bei Berufseinsteigern und sogar bei Personalverantwortlichen sorgt. Nach den Gehaltschecks daher hier eine Zusammenfassung einer aktuellen Studie für Einstiegsgehälter und Praktika. Diese bietet einen fundierten Überblick über die Entwicklung von Einstiegsgehältern in Deutschland und dient als Orientierung sowie Argumentationsgrundlage für Ihre Gehaltsverhandlungen – ganz egal ob als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer.

Das jährliche Brutto-Durchschnittsgehalt für Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss (Median
über alle) liegt in diesem Jahr bei 39.339 €.

Hinsichtlich der Einstiegsgehälter je Funktion sind eher geringe Veränderungen gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Sie liegen zwischen 10.500 € brutto pro Jahr (Minimum der Trainees) und 70.000 € (Maximum im Vertrieb). Im dritten Quartil liegen jedoch alle Einstiegsgehälter über 40.000 €. Die größten Einbußen gab es in den Tätigkeitsbereichen Forschung & Entwicklung, Fertigung und bei den Traineestellen.

In Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern sind die Verdienstmöglichkeiten erwartungsgemäß hoch und nehmen mit sinkender Mitarbeiterzahl sukzessive ab. So werden in Konzernen Einstiegsgehälter von über 40.000 € erzielt, die zudem mehr als sechs Prozent über dem Durchschnitt (Median) liegen. In Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Arbeitnehmern liegen die Gehälter 13,52 % darunter und erreichen im Durchschnitt kaum ein Brutto-Jahresgehalt von 34.000 €. Absolventen mit einem Diplom oder Bachelor-Titel verdienen zudem weniger in den ersten Jahren als ihre Kommilitonen mit einem Master-Titel. Am niedrigsten sind entsprechend zur Unternehmensgröße und dem Abschluss die Gehälter von Bachelor-Absolventen in Unternehmen mit weniger als 99 Mitarbeitern.

Je Branche betrachtet erzielen Mitarbeiter in den Medien ebenfalls ein eher niedriges Jahresgehalt (35.040 €). Einerseits kann dies an der hohen Anzahl kleiner Unternehmen in der Branche liegen,
andererseits aber auch an der ohnehin rückläufigen Entwicklung der Einstiegsgehälter. In den Bereichen Bank/Finanz, Chemie/Pharma, E-Technik und Versorger verdienen junge Akademiker dennoch zwischen 41.000 und 42.000 € jährlich (Median), also fünf bis sechs Prozent über dem Durchschnitt.

Regional betrachtet bestätigt die Auswertung die Existenz eines West-Ost-Gefälles: In den Postleitzahlgebieten 0 und 1 liegen die Einstiegsgehälter 3,9 und 2,3 Prozent unter dem Durchschnittsgehalt. In den Gebieten 3 und 4 hingegen sind es mit 40.521 € und 40.530 € jährlich fast zwei Prozent mehr als der durchschnittliche Verdienst.

Ganze 5,4 % mehr als der Durchschnitt verdienen Hochschulabsolventen in Unternehmen, die nach Tarif bezahlen. In tariflich ungebundenen Unternehmen liegen die Entlohnungen über vier Prozent unter dem Durchschnitt (37.349 € brutto/Jahr).

Praktika und Abschlussarbeiten werden mit bis zu 2.300 und 2.000 € monatlich vergütet. Durchschnittlich verdienen Praktikanten 535 € und Diplomanden 600 € brutto im Monat, wobei überraschenderweise Arbeitgeber mit 10 – 99 Mitarbeitern diesen Durchschnitt erhöhen und Unternehmen mit mehr Mitarbeitern diesen senken. Geläufig ist mittlerweile in Unternehmen aller Größen die Vergütung von Abschlussarbeiten nach einer Prämienregelung, wodurch von den Probanden bis zu 5.000 € für eine sehr gute Note gezahlt werden. Die höchsten monatlichen Zahlungen für Abschlussarbeiten fließen in der Konsumbranche (801 €), in der auch Praktikanten mit 751 € verhältnismäßig hoch entlohnt werden. Im öffentlichen Dienst hingegen bekommen Studenten durchschnittlich 300 € monatlich für Praktika und 433 € für Abschlussarbeiten. So liegen auch die Vergütungen in tariflich ungebundenen Unternehmen je 36 € und 61 € höher als in Firmen ohne Tarifvertrag.

Die Unternehmensstandorte der 932 Probanden der Gehaltsstudie sind relativ gleichmäßig über die verschiedenen Postleitzahlgebiete in Deutschland verteilt. Die Branchen EDV, sonstige Dienstleistungen und Beratung bilden mit 38 % die größte Gruppe der 17 teilnehmenden Branchen und etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen beschäftigen zwischen 10 und 5.000 Mitarbeiter.

Im Internet sind wir auf die Ergebnisse von www.lohnspiegel.de zum Thema: “Gehälter und Vergütung von Ingenieuren” aufmerksam geworden. Lohnspiegel ist ein Informationsangebot der gewerkschaftsnahen Hans-Bökler-Stiftung.

Soviel vorab – Die Verdienstmöglichkeiten von Ingenieuren und Ingenieurinnen sind überdurchschnittlich. Hier der Kurzauszug von der Seite des Lohnspiegels.

Das Bruttomonatseinkommen von Ingenieuren und Ingenieurinnen beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 40-Stunden-Woche durchschnittlich 4.341 Euro. Je nach Fachrichtung variiert dieses Einkommen zwischen 4.478 Euro bei Maschinenbauingenieur/innen und 3.175 Euro bei Ingenieur/innen für Raumplanung. Es steht nicht explizit dabei, deshalb ist wohl von 12 Monatsgehältern auszugehen. Tarifvertraglich können Mitarbeiter in Industriebetrieben aber realistisch eher von 13-14 Gehältern ausgehen.

Zu diesem Ergebnis kommt die Online-Umfrage von www.lohnspiegel.de, an der sich rund 7.000 Ingenieure und Ingenieurinnen beteiligt haben. Die Daten beziehen sich auf elf Ingenieurs- und verwandte Berufe und kommen unter anderem zu folgenden Ergebnissen:

  • Je höher der Abschluss, desto höher der Verdienst. Ingenieur/innen mit Fachhochschulabschluss verdienen im Schnitt 4.112 Euro brutto, ihre Kolleginnen und Kollegen mit Universitätsabschluss liegen bei 4.408 Euro und promovierte Ingenieur/innen kommen durchschnittlich auf 5.257 Euro.
  • Berufserfahrung zahlt sich aus. Das Monatseinkommen von Ingenieur/innen mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung beträgt im Schnitt 3.463 Euro, bei 20 bis 29 Jahren Berufserfahrung steigt es auf rund 5.000 Euro.
  • Frauen verdienen als Ingenieurinnen deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Im Durchschnitt liegt ihr Einkommen rund 17 Prozent unter dem der Männer.
  • Zwischen West- und Ostdeutschland besteht ein beträchtliches Einkommensgefälle: Das Ingenieureinkommen in den neuen Bundesländern liegt im Schnitt knapp 26 Prozent niedriger als in den alten Ländern.
  • Betriebsgröße zählt. In Betrieben mit unter 100 Beschäftigten beträgt das Monatseinkommen 3.610 Euro, in Betrieben mit bis zu 500 Beschäftigten klettert es im Durchschnitt bereits auf knapp 4.175 Euro und in noch größeren Betrieben liegt es im Schnitt bei 4.794 Euro.
  • In tarifgebundenen Betrieben liegt das Monatseinkommen der Ingenieur/innen mit durchschnittlich 4.652 Euro rund 740 Euro über dem Gehalt in nicht tarifgebundenen Betrieben.

Das Projekt “LohnSpiegel” erhebt und analysiert die Einkommens- und Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in Deutschland. Es ist Bestandteil des internationalen Wage-Indicator-Netzwerks, an dem Projekte aus insgesamt 35 Ländern mit gleicher Zielrichtung beteiligt sind. Die LohnSpiegel-Daten werden im Rahmen einer kontinuierlichen Online-Erhebung ermittelt, an der sich die Besucherinnen und Besucher der Webseite www.lohnspiegel.de
freiwillig und anonym beteiligen können. Zur Zeit bietet der LohnSpiegel einen Online-Gehalts-Check für rund 180 Berufe.

Eine detaillierte Auswertung können Interessierte direkt von der Webseite www.lohnspiegel.de runterladen.

Wie titelte das große deutsche Nachrichtenmagazin in seiner Online Ausgabe vor etwa einem Monat:

“Gehaltsreport – Ein Drittel der Berufseinsteiger kassiert Boni”

Aha. Wie Boni? Für Absolventen? Das versteh ich nun wirklich nicht…also heißt es Lesen. Und da steht Einiges, wovon ich aber das Interessante mal fettmarkiert habe:

“Prämien erhalten nicht nur Wirtschaftskapitäne und gierige Banker. Auch Berufsanfängern bieten Arbeitgeber oft einen Mix aus festen und variablen Zahlungen an. Über die Risiken und Nebenwirkungen informiert der Gehaltsreport – und zeigt, welche Leistungsanreize in welchen Branchen üblich sind.

“Warum eigentlich nicht?” dachte sich Ralf Meyer*, als er seinen ersten Arbeitsvertrag unterzeichnete. Mit seiner Unterschrift willigte der Wirtschaftswissenschaftler ein, dass sein Gehalt zu 90 Prozent fix ist und zu zehn Prozent variabel, also entsprechend seiner Leistung, ausgezahlt wird. “Das war für mich kein Problem”, meint Meyer, “denn bei guter Leistung bekomme ich ja mein volles Gehalt.” Und bisher hat sich der Leistungswille von Ralf Meyer ausgezahlt: “Seit ich hier bin, habe ich jedes Jahr mehr als 100 Prozent verdient.”

Wie Ralf Meyer müssen immer mehr Absolventen damit rechnen, dass ihnen ihr Arbeitgeber ein Einkommensmodell mit festen und variablen Elementen wie Prämien, Boni oder Verkaufsprovisionen anbietet. Denn längst statten Unternehmen nicht mehr nur ihre oberen Management-Etagen oder Vertriebsmitarbeiter mit entsprechenden Verträgen aus. Bereits jeder dritte Berufseinsteiger hat nach einer Auswertung der Hamburger Vergütungsberatung PersonalMarkt eine Prämienregelung.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Chef und Mitarbeiter vereinbaren Ziele, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums erfüllt werden sollen. Wer sein Ziel erreicht, bekommt zusätzlich zum Fixgehalt Geld. Wer mehr erreicht, als vereinbart war, kann sich über weitere Zuschläge freuen. Wer seine Ziele nicht oder nur teilweise erreicht, muss mit Abstrichen beim Bonus rechnen.

[...]

Für Berufseinsteiger hält sich das Risiko schwankender Bezüge in Grenzen, denn sie bekommen meist Beträge zwischen einem halben und einem Monatsgehalt zusätzlich ausgezahlt. Erst mit zunehmender Berufstätigkeit gewinnen variable Zahlungen an Bedeutung. Dann gilt: Je höher eine Position innerhalb der Unternehmenshierarchie angesiedelt ist, desto größer fällt der variable Gehaltsanteil aus.

Bei einem Jahresbruttogehalt bis 30.000 Euro jährlich, so eine Auswertung von PersonalMarkt, macht der Anteil der Prämien im Schnitt gerade einmal fünf Prozent vom Grundgehalt aus (siehe Grafiken in der Fotostrecke links oben auf dieser Seite). Wer zwischen 30.000 und 50.000 Euro verdient, erhält bis zu acht Prozent des Grundgehalts in Formen von Prämien. Bei Einkommen zwischen 50.000 und 80.000 Euro jährlich sind es dann im Schnitt neun Prozent. Erst bei Spitzengehältern von über 120.000 Euro im Jahr beläuft sich der Prämienanteil auf rund 30 Prozent des Grundgehalts.

Gutes Geld für gute Leistung

In der Regel ist der Bonus ein Mix aus individueller Leistung und Unternehmenserfolg. So wie bei Alexander Wagner*, der als Online-Manager bei einem Versandhändler arbeitet. In seiner Firma gibt es ein festes Prämienbudget. Die Ziele werden monatlich festgelegt und setzen sich zu je einem Drittel aus dem Firmenerfolg, dem Zeitaufwand für bestimmte Aufgaben und dem Erreichen von konkreten Projektzielen zusammen.

Alles in allem beträgt sein Prämienanteil rund 20 Prozent vom Grundgehalt. “Bisher habe ich meine Ziele immer zu 70 bis 80 Prozent erreicht”, erzählt der Master-Absolvent. Grundsätzlich findet er Prämienregelungen gut, betont aber: “Ein Bonus sollte eher zusätzliche Motivation sein und nicht den Lebensstandard sichern.”

Es gibt Branchen, in denen Prämien- oder weit verbreitet sind, andere Branchen dagegen halten sich bei der leistungs- oder erfolgsabhängigen Vergütung eher zurück. Am ehesten können Berufseinsteiger bei Beratungsunternehmen Boni einstreichen: Rund 60 Prozent aller Berufseinsteiger haben hier eine Prämienregelung. Die Höhe der Prämie liegt im Schnitt bei 4000 Euro im Jahr, kann aber auch deutlich höher ausfallen.

Besser klare als butterweiche Ziele vereinbaren

Sehr beliebt sind Prämienzahlungen auch bei Banken, in der Pharmaindustrie, in der Chemiebranche und in der Telekommunikationsbranche. Dagegen bekommen lediglich fünf Prozent aller Berufseinsteiger bei Öffentlichen Verwaltungen beziehungsweise Behörden Prämienzahlungen. Die Prämie selbst liegt im Schnitt bei gerade einmal 500 Euro jährlich. Weniger gängig sind variable Zahlungen auch in der Tourismuswirtschaft, in Ingenieurbüros und bei sozialen Einrichtungen.

Auch auf die Tätigkeit kommt es an. Nirgendwo sonst wird ein so großer Teil des Gehalts erfolgsabhängig gezahlt wie im Vertrieb. In der Regel erhalten “Verkäufer” ein mehr oder minder hohes Grundgehalt, das durch umsatzabhängige Anteile aufgestockt wird. Im Vertrieb haben bereits 41 Prozent aller Berufseinsteiger eine Prämienregelung. Die Höhe der Prämie liegt im Schnitt bei 4000 Euro jährlich. In den Bereichen Personal, Finanz- und Rechnungswesen sowie IT hat dagegen nur rund ein Drittel aller Berufseinsteiger, deren Daten ausgewertet wurden, eine Prämienregelung – und in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen sogar nur ein Viertel aller Berufsanfänger.

Auf den Vorschlag, einen Teil ihres Gehalts leistungsbezogen zu bekommen, sind viele Berufseinsteiger nicht eingestellt. Dabei lässt sich über solche variablen Gehaltsteile nicht nur trefflich verhandeln, sondern bei entsprechender Leistung auch noch ein wenig mehr Geld herausholen. Wer seine Prämie allerdings auf eine butterweiche Formulierung wie “Verbesserung der Organisation” aufbaut, macht es seinem Chef leicht, sich am Zahltag herauszuwinden. Besser ist es, zwei oder drei klar definierbare, messbare und vor allem auch erreichbare Ziele zu definieren.”

(Quelle: SpiegelOnline, Gehaltsreport – Ein Drittel der Berufseinsteiger kassiert Boni, 21.08.2009)

Jetzt ist alles klar! Also, dann achten wir in Zukunft alle mal darauf, wie das angebotene Gehalt “gestrickt” ist, ob fix oder variabel. Kommt ja schließlich auch auf die Branche an, in der man sich bewirbt. Tja, da redet alle Welt von den Boni für Manager, aber niemand über die für Berufseinsteiger… Könnte natürlich daran liegen, daß diese auf der Karriereleiter resperktive Hierachiebene ganz unten angesiedelt sind…:)

Euer Ghost

Trommelwirbel …. Heute startet das Gehälterblog. Auf dieser Webseite werden wir ab sofort interessante Artikel, Meinungen und Umfragen rund um das Themengebiet Gehälter und Vergütung veröffentlichen.

Die ersten Artikel werden sich mit den Ergebnissen der alma mater Gehaltsstudie auseinandersetzen. Weitere Gehaltsstudien anderer Herausgeber werden wir analysieren und dann hier berichten.

Wir freuen uns auf den Austausch mit allen Usern.

Euer Team von Gehälter-Blog.

Jürgen und Johannes